«Mein Herz schlägt für die Schule»

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22. Januar 2026 – Rui Biagini (GLP) hat in der Schulpflege früh und gegen mancherlei Widerstand auf ungelöste Probleme hingewiesen. Jetzt möchte er als Präsident mithelfen, die Schule in eine bessere Zukunft zu führen. Er ist sich bewusst, dass er trotz grosser Bekanntheit als Aussenseiter antritt. (9 Kommentare)

22. Januar 2026 – Rui Biagini (GLP) hat in der Schulpflege früh und gegen mancherlei Widerstand auf ungelöste Probleme hingewiesen. Jetzt möchte er als Präsident mithelfen, die Schule in eine bessere Zukunft zu führen. Er ist sich bewusst, dass er trotz grosser Bekanntheit als Aussenseiter antritt.

Rui Biagini auf dem Pausenplatz des Schulhauses Oescher (Foto: ZN)
Rui Biagini auf dem Pausenplatz des Schulhauses Oescher (Foto: ZN)

VON BARBARA LUKESCH

Im August letzten Jahres schien die Ausgangslage klar: Rui Biagini wollte nach vier Jahren in der Schulpflege für das Präsidium kandidieren. Daran änderte auch nichts, als die FDP den Schulpflege-Vizepräsidenten David Sarasin zur Wahl vorschlug. Biagini wollte es auf jeden Fall probieren und rechnete sich «intakte Chancen» aus.

Doch dann passierte folgendes: Gemeindepräsident Sascha Ullmann konnte im Kantonsrat für einen austretenden GLPler nachrücken und machte seinen Platz im Gemeinderat frei. Schnell war die Idee geboren: Biagini sollte für den Gemeinderat und nicht fürs Schulpräsidium kandidieren. Damit, so überlegte sich seine Partei, würden seine Chancen erheblich steigen, und die GLP würde mit ihm und Bauvorstand Dorian Selz weiterhin mit zwei Mitgliedern im Gemeinderat vertreten sein.

Biagini geriet ins Grübeln. Der Politikwissenschafter wusste natürlich, dass die Überlegungen berechtigt waren. Aber wollte er wirklich für die Zolliker Liegenschaften oder Finanzen zuständig sein? Das seien zweifellos spannende Dossiers, sagt er, aber er habe sich trotz aller Aussichten auf einen Wahlerfolg nicht für diesen Weg entscheiden können, denn: «Mein Herz schlägt für die Schule.» Dieser inneren Überzeugung habe er folgen müssen, «Risiko hin oder her». Es sei ihm ein grosses Anliegen, gute Voraussetzungen für die Lehrpersonen und alle anderen Mitarbeitenden zu schaffen, so dass sie die Schule so kinderfreundlich wie möglich entwickeln könnten.

Schwierige Jahre

Das ungebrochene Engagement erstaunt – mindestens auf den ersten Blick. Schliesslich waren die vergangenen Jahre für Biagini alles andere als einfach. Da war zunächst einmal die schwere Krise im Schulhaus Rüterwis im Zollikerberg. Wegen dem Umgang der Co-Schulleitung mit Lehrpersonen kam es zu weit mehr als 20 Kündigungen, einem Proteststurm von rund 200 Eltern und Berichten in zahlreichen nationalen Medien. Die Schulpflege mit Präsidentin Claudia Irniger an der Spitze und dem Leiter Bildung Urs Rechsteiner an ihrer Seite redete die Krise klein und schob den Eltern, Lehrpersonen, Medien die Schuld in die Schuhe – und Biagini.

Dieser hatte die Probleme früh erkannt, geriet in der Schulpflege aber offensichtlich unter die Räder. Auch wenn er das nie öffentlich kundtat, wurde dies mehr als deutlich, als Irniger ihren Kollegen an der legendären Gemeindeversammlung vom 14. Juni 2023 vor knapp 400 Anwesenden «regelrecht vor den Bus warf», wie es ein Anwesender bezeichnete. Obwohl Gemeindepräsident Ullmann alle Redenden dazu angehalten hatte, keine persönlichen Attacken zu reiten, tat sie genau das. Biagini, suggerierte sie, sei verantwortlich für die Rüterwis-Krise, weil er behördeninterne und vertrauliche Informationen weitergegeben habe. Sie warf ihm einen schwerwiegenden Verstoss gegen das Kollegialitätsprinzip vor.

In der Folge sah sich Biagini dem Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung ausgesetzt. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft See/Oberland zugetragen. Die Belastung für den Schulpfleger war gross. Auch wenn er sich keiner Schuld bewusst gewesen sei, gehe eine solche juristische Prüfung nicht spurlos an einem vorüber. Letztlich verzichtete die Staatsanwaltschaft dann darauf, eine Strafuntersuchung zu eröffnen, es gab schlicht keine Beweise für die erhobenen Vorwürfe. Biagini atmete auf.

In der Folge erwarteten viele Zollikerinnen und Zolliker eine Entschuldigung von Irniger. Vergeblich.

Die Sache mit dem Platzverweis

Biagini befand sich von da an in einer schwierigen Lage; innerhalb der Schulpflege fühlte er sich gemäss eigener Aussage «wiederholt blockiert». Viele munkelten, Schulpflege-Entscheide seien nicht selten mit 6:1 Stimmen gefällt worden. Er durfte zwar Einsitz nehmen in der Findungskommission, die ein neues Schulleitungspaar für das Rüterwis suchte und mit Frank Bierlein einen erfahrenen Fachmann fand. Gleichwohl erging die Aufforderung an alle Leitungspersonen, ihn vom Schulgelände Rüterwis zu verweisen, sobald er sich dort zeige. Der Beobachter einer solchen Szene empfand es als «demütigend», wie Biagini das Feld räumen musste – und fragte sich, ob man ein gewähltes Behördenmitglied auf diese Art an der Ausübung seines Amtes hindern könne.

Biagini zuckt mit den Achseln. Auch wenn er viele Kontakte zu Lehrpersonen und Eltern aus dem Umfeld vom Rüterwis habe, sei er der Aufforderung nachgekommen und meide seither das Schulareal. Offiziell sei er zuständig für das Schulhaus Oescher, das – im Vergleich zum Rüterwis – immer sehr gut funktioniert habe. Er unterstütze viele Initiativen der Schulleiterin Brigit Belser, darunter ihr Engagement für die innovative «Lern-Box», aber auch die aus der Elternschaft angestossene Klimaschule mit der Durchführung des «Blackout Days» und des «Solartags». Dazu schätze er den empathischen Umgang der Schulleiterin mit ihrem Team.

Fragt man ihn, welche Schulpflege-Projekte er als erfolgreich bezeichnen würde, nennt er die Abstimmung über das Provisorium für das Betreuungshaus Rüterwis. Er habe sich stark dafür eingesetzt, dass das oft komplett überlastete Haus ersetzt werde und dessen gestresste Mitarbeiterinnen bessere Arbeitsbedingungen erhielten. Die Annahme des «zugegebenermassen teuren, aber wirklich nötigen Provisoriums» habe ihn sehr gefreut.

«Eine enorm lehrreiche Zeit»

Seine persönliche Bilanz nach vier Jahren als Schulpfleger falle erwartungsgemäss gemischt aus, sagt Biagini: «Es war eine schwierige, aber auch enorm lehrreiche Zeit.» Er habe tiefen Einblick in das politische System der Schweiz erhalten und realisiert, wie zentral die Schulpflege und ihr Präsidium für die Weiterentwicklung einer Schule sei. Er verfüge heute über ein weitverzweigtes Netz innerhalb der Bildungslandschaft: zu Lehrpersonen, Schulleitungen, in Verbänden und in der Politik. 

Sein Interesse an der Schule sei in den letzten Jahren so sehr gewachsen, dass er an der Pädagogischen Hochschule in Zürich die Ausbildung zum Schulleiter absolviert habe und als Klassenassistent und Vikar an einer Zürcher Schule arbeite. «Ich will die Schule von der Basis her verstehen», erklärt er seine Motivation.

Für Kinder und Familien habe er sich seit jeher engagiert. Unter anderem führe er gemeinsam mit den «Filmkids Schweiz» Workshops zu Desinformation und Propaganda durch. Seit rund zehn Jahren sei er zudem als Fussball-Juniorentrainer im Sportclub Zollikon tätig. Während der Pandemie gründete er die Organisation «Protect the Kids», mit der er sich für den Gesundheitsschutz an den Schulen einsetzte.

Schon fast legendär, wenn auch umstritten war sein Einsatz für CO2-Messgeräte in Schulzimmern, mit denen sich die Luftqualität schnell und effizient feststellen lässt. Biagini, damals Präsident des Elternrats, wollte der Schulpflege das Gerät als Massnahme zur Coronaprävention schmackhaft machen, stiess aber auf Ablehnung. Als er es interessierten Lehrkräften trotzdem zur Verfügung stellte, geriet er in die Kritik. Er setze sich eigenmächtig über einen Behördenentscheid hinweg, hiess es. Biagini weist den Vorwurf zurück: «Interessierte Lehrer sind von sich aus auf mich zugekommen.»

Corinne Hoss-Blatter, damals Schulpflegepräsidentin, teilte zwar die ablehnende Meinung ihres Gremiums und war dagegen, die kleinen Messgeräte in den Klassenzimmern aufzustellen. Gleichwohl fiel ihr Biaginis Engagement auf, und sie riet ihm, doch für die Schulpflege zu kandidieren. Dort habe er direktere Einflussmöglichkeiten. Biagini lacht: «Dieser Tipp machte mich hellhörig und führte tatsächlich dazu, dass ich mich zur Wahl stellte.»

Qualifiziert und mit Kindern vertraut

Fragt man ihn, welche seiner Qualifikationen und Qualitäten ihn dazu prädestinieren würden, das Schulpflege-Präsidium zu übernehmen, nennt er zunächst die Führungserfahrung im Non-Profit-Bereich, die er als Leiter einer rund 35-köpfigen Abteilung in einem Fundraising-Unternehmen gewonnen habe. Dazu habe er im Nebenfach Informatik studiert und im IT-Bereich gearbeitet: «Digital bin ich up to date.» Nicht zuletzt sei er Vater von drei Buben im Alter von 8, 12 und 14 Jahren, die er von klein auf mitbetreut habe. Ein solches Familienleben habe zur Folge, dass er Kinder ziemlich gut verstehe und, er lacht, über viel Geduld und Hartnäckigkeit verfüge.

Den auch schon gehörten Vorwurf, er wäre als Schulpräsident wegen seiner Söhne befangen – zwei besuchen noch das Rüterwis –, kann er nicht nachvollziehen. Sowohl Corinne Hoss-Blatter wie auch ihr Vorgänger Patrick Jeuch hätten eine vergleichbare Familiensituation gehabt.

Dass es in der Schulpflege zu Änderungen kommen müsse, sei für ihn klar. Allein die Tatsache, dass sich zehn Frauen und Männer um einen Platz in der Behörde bemühten, unterstreiche das verbreitete Anliegen, der Schule neuen Schub zu verleihen. «Weiter wie bisher» könne definitiv keine Option sein.

«Zuerst allen die Hand schütteln»

Was täte er als erstes, wenn er zum Präsidenten gewählt würde? Biagini zögert keinen Moment: «Ich würde alle Schulhäuser besuchen und jedem Mitarbeitenden die Hand schütteln.» Darauf freue er sich: «Ich möchte meinem Team das Gefühl vermitteln, dass ich nahbar und jederzeit ansprechbar bin.». Er würde der Kommunikation nach innen und aussen generell einen anderen Stellenwert beimessen. Er wolle offen und transparent informieren, Probleme beim Namen nennen und dann auch angehen. «Das vertrete ich mit Nachdruck,» betont er, «weil man nur auf diese Art glaubwürdig rüberkommt.»

Dazu würde er als Präsident in jeder Findungskommission und jeder Wettbewerbs-Jury Einsitz nehmen. Das sei für ihn eine Frage der Verantwortung: «Es ist Chefsache, bei so folgenschweren Entscheiden Flagge zu zeigen.»

Priorität hätte für ihn auch, die Schulevaluation des Kantons ernst zu nehmen, deren Ergebnisse in wichtigen Bereichen hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Hier müsse geklärt werden, welche Baustellen am grössten seien und wie man diese beseitigen könne. Dazu zähle beispielsweise auch der bessere Austausch unter den Schulhäusern.

Ob er denn die Arbeitsbelastung nicht fürchte, die das Amt des Präsidenten mit sich bringe? Biagini schüttelt den Kopf: «Im Gegenteil. Ich würde gern dazu beitragen, die Schule Zollikon wieder in ruhigere Gewässer zu steuern.»

Wahlen 2026 auf einen Klick:

19.11.25: Zollikon steht vor einem heissen Wahlkampf
08.01.26: Störgeräusche im «Vatikan des Freisinns»
12.01.26: Marc Raggenbass (Kandidat für die RGPK und das Präsidium)
20.01.26: David Sarasin (Kandidat für die Schulpflege und das Präsidium)

Für die Schulpflege: Christian von Ballmoos, Rui Biagini, Brigitte Eigenmann-Gossauer, Philippe Klemenz, Sabine Knüsli, Sonja Lier, Andrea Linter, David Sarasin, Andreas Tschopp, Nicole Waechter

Für die RGPK: Iris Heeg, Felix M. Huber, Christopher Linter, Severin Luder, Daniel Oettli, Marc Raggenbass, Sandra Strickler, Thomas Winkler

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9 KOMMENTARE

Für uns als Familie mit zwei Kids ist eine gut funktionierende Schulpflege essenziell. Ich bin froh gibt es solche engagierte Persönlichkeiten wie Rui Biagini, welche die Gesundheit und Förderung von Kids als Prioriät im Leben haben.

Danke Riccardo für deinen Kommentar, ich kann dir nur zustimmen. Ich wähle Rui Biagini, da weiss ich, dass er der richtige Mann für dieses anspruchsvolle Amt ist.

Es ist schon eine bemerkenswerte Leistung, wie es R. Biagini über Jahre gelingt, sich stets als Opfer des Establishments resp. als Gutmensch zu positionieren. Zitat: «Viele munkelten, Schulpflege-Entscheide seien nicht selten mit 6:1 Stimmen gefällt worden»; die «vielen Munkler» müssen in der Schulpflegesitzung sitzen, denn das Stimmverhalten wird nicht publiziert (Kollegialitätsprinzip). Lässt sich einer der vielen Munkler erahnen? Es ist ein schmaler Grat zwischen Märtyrer und Querulant. Was aber auch gemunkelt wird, dass der Leistungsausweis und das Engagement von R. Biagini gegen Null geht, ausser es betrifft seine Partikulärinteressen. Vielleicht können sich die «ZollikerNews» mit dem gleichen Engagement, wie sie sich auf die Schulpräsidentin und den Leiter Bildung eingeschossen haben, sich um den Leistungsausweis von R. Biagini kümmern. Die Formel Schulpflege schlecht, Biagini gut greift nicht, ist aber gut für die Klicks.
Zur Episode CO2-Messgeräte: Nicht nur die «ignorante» Schulpflege war gegen einen Einsatz, auch die Vertretung der Lehrpersonen. Interessierte R. Biagini nicht. Ein echter Winkelried eben, einer gegen alle.

Dass der Leistungsnachweis der Schulpflege mager ist, lässt sich nicht leugnen. Da ist beispielsweise ein seit Jahren fälliges Kommunikationskonzept noch immer nicht erarbeitet, das Buchholz-Umgestaltungsprojekt wurde von der verantwortlichen Schulpflegeperson vernachlässigt und im Rüterwis ist ebenfalls Vieles nicht optimal gelaufen, um nur ein paar Punkte zu nennen. Alles Punkte, die nicht in der Verantwortung von Hr. Biagini lagen, der, soweit ich informiert bin, für die gut funktionierende Schule Oescher zuständig ist. Die Zeilen über Hr. Biagini wirken auf mich nicht so, als dass er sich selber als Opfer darstellen würde, dieser Eindruck ist wohl eher der journalistischen Freiheit sowie der Interpretation des Lesenden geschuldet. Hr. Biagini scheint ernsthaft interessiert an einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und Schüler*innen, und ich kann mir ihn als Präsident gut vorstellen. Mich spricht er mehr an als jemand, der mit ausgewiesenen Finanzkenntnissen eigentlich in die Schulverwaltung gehört. Ich denke, dass abgesehen davon frischer Wind der Schulpflege gut tun würde – zum Glück haben sich auch einige neue Kandidat*innen zur Wahl gestellt.

Antwort an Katrin Ulrich

Liebe Frau Ulrich, unsere Kinder gehen offenbar auf dieselbe Schule. Mit Verlaub, meinen Sie wirklich, ein Schulpfleger hat direkten Einfluss auf das, was an einer Schule tagtäglich passiert? Da muss ich Sie enttäuschen. Dass es im Oescher gut läuft, hat nichts, aber auch gar nichts mit R. Biagini zu tun. Dass es im Oescher gut läuft, ist dem guten Zusammenspiel zwischen Leitung Bildung – Schulleitung – Team zu verdanken. R. Biagini an der Spitze der Schulpflege? Da sag ich nur: «Guet Nacht am Sächsi»!

Sehr geehrter Herr Fuchs
Noch schmaler ist oft der Grat zwischen Dichtung und Wahrheit. Insofern ist Ihr ungehemmtes Kolportieren von Gemunkel alles andere als zweckdienlich und – entschuldigen Sie meine Direktheit – letztlich ziemlich stillos. Bemerkenswert ist auch Ihr arger historische Fauxpas, der gar als Beleidigung unseres Volkshelden Winkelried
aufgefasst werden könnte. Richtig ist: Einer für alle! Und so können Sie Rui Biagini getrost weiterhin als echten Winkelried bezeichnen.

Nach all den Jahren eklatanter Führungsschwäche und desaströsen Fehlleistungen ist es nun offensichtlich höchste Zeit für einen fundamentalen Wechsel, den sog. Reset. Es braucht nun keine parteihörige grauen Mäuse in der Schulpflege, sondern Leute wie Rui Biagini. Er hat in schwierigen Zeiten immer wieder gezeigt, wie er beherzt und mit viel Sachverstand an die Probleme herangeht und kooperativ an Lösungen arbeitet. Er verdient das Vertrauen, als Präsident unsere Schulbehörde im Interesse aller Schüler in eine positive Zukunft zu führen. Und zudem: er dürfte wohl auch für den erwünschten frischen Wind im Gemeinderat sorgen.

Die «ZollikerNews» probieren seit Monaten, in der Berichterstattung rund um die Schule die aktuelle Schulpflege und den Leiter Bildung schlecht dastehen zu lassen – und Biagini als den «Winkelried» darzustellen. Eine noch einseitigere Sichtweise geht gar nicht. Schade, die «ZollikerNews» verpassen es ein weiteres Mal, neutral daherzukommen. Die beiden Berichte zu Biagini und Sarasin sind nicht mit dem gleichen Hintergrund geschrieben worden, sowohl in Bezug auf die offenbar gestellten Fragen wie auch auf die Länge der Artikel. Der Biagini-Text ist satte 300 Wörter länger. Sarasin geniesst einen hervorragenden Ruf aus seiner reichhaltigen Vita – Biagini hingegen brüstet sich, die Schulwelt zu kennen. Nur weil er die Schulleitungsausbildung gemacht hat und als Klassenassistent arbeitet, ist er noch lange nicht qualifiziert für das Präsidentenamt. Ich wähle David Sarasin, da weiss ich, was meine Kinder und die Schule erwartet.

Wenn man etwas mehr Einblick in die Schule hat, empfindet man die Berichterstattung von ZollikerNews als ausgewogen. Herr Sarasin war vier Jahre Vizepräsident der Schulpflege und hat den äussert mageren Leistungsausweis umso mehr mitzuverantworten. Warum sollte sich daran etwas ändern, wenn Herr Sarasin nun Schulpräsident wird, noch dazu, weil die abtretende Präsidentin seine Parteikollegin ist?

Es braucht einen fundamentalen Neufang. Damit die Schulpflege (wenn überhaupt) nicht nur Konzepte schreibt, sondern die Menschen an der Schule in den Mittelpunkt stellt. Damit der Kuschelkurs zwischen Schulpräsidium und Leiter Bildung endlich durch straffe Führung ersetzt wird. Damit mal ein Bauprojekt an der Schule erfolgreich umgesetzt wird. Damit keine Lehrpersonen und Schulleitungen mehr vergrault werden, weil an anderen Schulen die Schulpflege wertschätzender mit dem Personal umgeht, anstatt sich hinter einem Leiter Bildung zu verstecken, der weder ordentlich geführt wird noch der demokratischen Kontrolle unterliegt.

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