Jetzt wird es richtig spannend

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9. März 2026 – Dass es zwischen David Sarasin (FDP) und Rui Biagini (GLP) zu einer Stichwahl ums Schulpräsidium kommt, war am Wahltag die grosse Überraschung. Während sich Sarasin auch von der eigenen FDP-Wählerschaft abgestraft sah, wurde der Kritiker Biagini für einmal belohnt.

Rui Biagini und David Sarasin vor dem Schulhaus Rüterwis
Rui Biagini und David Sarasin vor dem Schulhaus Rüterwis

VON BARBARA LUKESCH UND RENE STAUBLI

Bei der Wahl in die Schulpflege bekam David Sarasin 2’153 Stimmen, auf Rui Biagini entfielen 1’889 Stimmen. Bei der Wahl fürs Präsidium bekam Sarasin dann nur noch 1’430 Stimmen, 191 mehr als sein direkter Konkurrent. Weil beide das absolute Mehr verpassten, wird am 14. Juni ein zweiter Wahlgang nötig.

Sarasin ist offensichtlich auch von der eigenen Wählerschaft dafür abgestraft worden, dass er als Vizepräsident der Schulpflege die Probleme in der Schule Rüterwis zu lange negiert hatte. Dass er beim abgebrochenen Projekt zur Erweiterung des Schulhauses Buechholz seine Führungsverantwortung nicht wahrnahm und den angebotenen Sitz in der Jury ausschlug, kam dazu.

Derweil kann sich Biagini über eine gewisse Rehabilitierung freuen. Er hatte früh auf die Missstände im Rüterwis hingewiesen und sich gegen den Abbruch des Wettbewerbs Buechholz ausgesprochen. Für einmal wurde der Bote zwar wiederholt und öffentlich desavouiert, letztlich aber auch für seine unbequeme Haltung belohnt.

Wir haben Meinungen zur Schulpflege- und Schulpräsidentenwahl eingeholt:

David Sarasin (FDP): «Ich bin hocherfreut über das hinter Brigitte Eigenmann zweitbeste Wahlergebnis in die Schulpflege. Und ich bin enttäuscht, dass ich nicht das absolute Mehr und damit die Wahl als Präsident der Schulpflege geschafft habe.»

Rui Biagini (GLP): «Ich hatte mich auf drei Szenarien vorbereitet: verlieren, knapp verlieren oder gewinnen. Dass es jetzt einen zweiten Wahlgang gibt, überrascht mich total. Das ist natürlich eine Chance und heisst für mich und meine Supporter: weiterkämpfen nach dem Motto ‹nach den Wahlen ist vor den Wahlen›. Super finde ich, dass Andi Tschopp in die Schulpflege gewählt wurde, und mega schade, dass es Nicole Waechter nicht geschafft hat.»

Andreas Tschopp (parteilos): «Ich bin erleichtert, dass es mit meiner Wahl in die Schulpflege geklappt hat. Offenbar haben meine Leute und ich im Wahlkampf ziemlich viel richtig gemacht. Ich bedaure, dass Nicole Waechter und Andrea Linter aus dem Grüppchen, in dem wir gut zusammengearbeitet haben, nicht gewählt wurden. Rui Biagini rechne ich gute Chancen im zweiten Wahlgang fürs Präsidium aus. Der Abstand zu David Sarasin ist deutlich kleiner, als viele erwartet haben.»

Felix Wirz (Präsident EVP): «Die grösste Überraschung für mich ist, dass es bei der Wahl zum Schulpräsidium noch keine Entscheidung gegeben hat. Ich werte dieses Ergebnis zugunsten von Rui Biagini, der nun nochmals richtig Gas geben kann. Schade ist, dass es mit Nicole Waechter keinen zweiten GLP-Sitz gegeben hat. Sie hat damit aber einen guten Einstieg in die lokale Politik hingelegt und kann sich nun vier Jahre lang als Parteipräsidentin profilieren, beispielsweise indem sie an der Gemeindeversammlung häufiger das Wort ergreift.  Super ist, dass Andi Tschopp gewählt wurde. Ansonsten sind die Wahlen wie erwartet herausgekommen – nichts Überraschendes!»

Jürgen Schütt (Präsident F5W):  ««Wir sind erfreut über unsere Erfolge, immerhin sind wir nach wie vor die zweitstärkste Gruppierung  in Zollikon. Ein wenig enttäuscht sind wir natürlich, dass Philippe Klemenz nicht in die Schulpflege gewählt worden ist. Andreas Tschopp hat einen sehr intensiven Wahlkampf geführt, dass er als gut vernetztes Mitglied des Elternrats Rüterwis gewählt worden ist, hat mich nicht überrascht. Das Duell zwischen David Sarasin und Rui Biagini ums Schulpräsidium ist eine sehr emotionale Sache geworden. Man kann sicher sagen, dass die FDP-Wählerschaft Sarasin beim Präsidium abgestraft hat. Ich glaube, dass sich die Bevölkerung eine Schulbehörde wünscht, die an einem Strick zieht und effizienter arbeitet. Wir haben auf Grund unserer Rückmeldungen aus der Schulpflege geglaubt, dass Sarasin der bessere Kandidat ist. Im Rückblick wäre es für das Forum 5W aber vielleicht besser gewesen, generell auf Wahlempfehlungen zu verzichten.»

Franziska Steiner (Präsidentin SP): «Das Ergebnis von Andi Tschopp freut mich sehr. Ich bin auch froh, gibt es einen zweiten Wahlgang ums Schulpräsidium. Der wird es erlauben, die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten Rui Biagini und David Sarasin zu schärfen. Anders als etliche Leute meinen, ist das Debakel im Schulhaus Rüterwis in meinen Augen noch nicht aufgearbeitet. Seine Folgen sind bis heute spürbar. Daher bin ich überzeugt, dass man niemanden wählen kann, der dafür mitverantwortlich ist.»

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