Bus 910: die Ressourcen wären vorhanden

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17. März 2026 – Marktbeobachter sagen, dass die EUROBUS welti-furrer AG den von der Zolliker Bevölkerung gewünschten Zusatzdienst auf der Linie 910 kurzfristig anbieten könnte. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat, der beim ZVV ein entsprechendes Begehren einreichen müsste.

Bus 910: Bald mit neuer (alter) Destination Tiefenbrunnen? (Foto: ZN)
Bus 910: Bald mit neuer (alter) Destination Tiefenbrunnen? (Foto: ZN)

VON RENE STAUBLI

Die Verlängerung der Buslinie 910 zum Tiefenbrunnen hänge auch davon ab, ob die neue Betreiberin «die nötige Infrastruktur und die Personalressourcen bereitstellen könne», hatte der Gemeinderat im letzten Oktober verlauten lassen. Sollte das der Fall sein, erwäge die Gemeinde, die Kosten für das zusätzliche Fahrzeug und das Personal zu übernehmen.

Inzwischen ist klar, dass die EUROBUS welti-furrer AG die Zolliker Buslinien ab Dezember 2026 betreibt. Sie bewirtschaftet in der Region Zürich im Auftrag der Verkehrsbetriebe Glattal und der ETH  bereits 27 Linien. Mit 58 Fahrzeugen befördert sie jährlich 13 Millionen Fahrgäste und legt dabei 4 Millionen Kilometer zurück. EUROBUS ist das grösste private Busunternehmen der Schweiz mit mehr als 1‘200 Mitarbeitenden und einer Flotte von rund 500 Bussen. Zum Vergleich: Der Zolliker Autobusbetrieb Baumgartner AG befördert mit 20 grossen und 4 kleinen Bussen rund 3,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Von EUROBUS ist zum Projekt der Zolliker Buslinien keine Stellungnahme erhältlich. Die Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ hätten als Konzessionsgeberin die Informationshoheit, heisst es am Hauptsitz in Windisch AG. Die VBZ sagen unverbindlich, die Ressourcenfrage der Zolliker Buslinie 910 werde «geklärt, sobald das Anliegen konkretisiert ist». Eine Verlängerung «im Rahmen des Fahrplanverfahrens» sei frühestens auf Dezember 2027 realistisch, denn dafür müsste ein zusätzlicher Bus beschafft werden. Für «Neufahrzeuge» rechne man derzeit mit «Lieferfristen von bis zu eineinhalb Jahren».

Marktbeobachter wundern sich über diese Formulierung. Bei EUROBUS handle es sich «um einen dynamischen, flexiblen Betrieb, der keine Mühe hätte, das nötige Fahrzeug samt Personal innert Kürze aus dem eigenen Bestand zur Verfügung zu stellen».

Nun ist die Gemeinde am Zug

Laut dem Gesetz über den öffentlichen Personenverkehr (PVG) sind Gemeinden berechtigt, «über das Verbundangebot hinaus zusätzliche Linien und Linienergänzungen zum Verbundtarif einzuführen». Die Transportunternehmen und Gemeinden müssen die Kosten selber tragen, erhalten aber einen Teil der Einnahmen.

«Die Initiative müsste von der Gemeinde Zollikon ausgehen», schreibt der ZVV auf Anfrage. Zollikon stünde mit dem Wunsch nach einer Linienergänzung nicht alleine da. Es gebe «bereits zahlreiche Bestellungen von Gemeinden für ein zusätzliches Angebot gemäss PVG», heisst es.

Seitens der VBZ ist zu erfahren, dass man zum ÖV-Angebot mit dem ZVV und der Gemeinde «laufend im Austausch» sei, «konkrete Gespräche über eine von der Gemeinde Zollikon finanzierte Verlängerung der Linie 910» hätten bisher aber nicht stattgefunden. Entsprechende Begehren seien während der laufenden Auflage zum Fahrplanverfahren 27/28 möglich.

Unterschriftensammlung läuft

Der Quartierverein Zollikerberg hat letzte Woche eine Unterschriftensammlung gestartet. Der ZVV solle den Bus 910 «wieder auf der bewährten Strecke zum und vom Bahnhof Tiefenbrunnen führen», schreiben die Co-Präsidentinnen Renate Diener und Esther Meier auf dem Flyer. Sie bitten den Gemeinderat, diese Forderung aus der Bevölkerung «gegenüber dem ZVV energisch und mit Nachdruck zu vertreten».

Dem breit abgestützten Begehren haben sich auch die Zolliker Grünliberalen angeschlossen. Die GLP ruft die Bevölkerung dazu auf, «die Unterschriftensammlung des Quartiervereins zu unterstützen und damit ein klares Signal für einen attraktiven öffentlichen Verkehr in Zollikon zu setzen».

Unterschriftenbogen des Quartiervereins

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