Das Fohrbach öffnet erst im Mai 2027

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20. November 2025 – Das Schwimmbad Fohrbach kann wegen Lieferengpässen bei Stahlträgern nicht wie geplant im Herbst 2026 eröffnet werden. Eine Kostensteigerung erwartet die Gemeinde deswegen nicht: 52,6 Millionen sollten reichen. Aber der Schwimmklub wird hart getroffen.

Fohrbach-Sanierung: Innenansicht (Foto: Dieter Seeger)
Fohrbach-Sanierung: Innenansicht (Foto: Dieter Seeger)

VON RENE STAUBLI

Im September hatte die Gemeinde verlauten lassen, dass beim Rückbau der Anlagen unerwartete Schäden zum Vorschein gekommen seien: etwa Rost an Stahlstützen und am Hubbodenbecken. In der Folge habe sich gezeigt, dass die stählernen Fassadenstützen der Schwimmhalle komplett ersetzt werden müssen. Diese Elemente lassen gemäss dem zuständigen Gemeinderat André Müller wegen Lieferengpässen beim Hersteller auf sich warten. Da wesentliche Arbeiten erst nach dem Einbau der Stützen an die Hand genommen werden können, verzögert sich die Sanierung um ein halbes Jahr.

Die verspätete Wiedereröffnung habe keine Auswirkungen auf die aktuelle Kostenprognose von 52,6 Millionen Franken, sagt Müller. Er gehe davon aus, dass die beteiligten Firmen einen Teil ihrer Leute vorübergehend auf anderen Baustellen einsetzen werden. Auch sei ausser dem Betriebsleiter noch kein Personal angestellt worden. Die zusätzlichen Aufwände und die Mindereinnahmen wegen der späteren Eröffnung des Bads würden durch die geringeren Personal- und Unterhaltskosten kompensiert.

Gravierende Konsequenzen

Für den Schwimmklub Zollikon ist die Verzögerung «insbesondere finanziell eine Riesenherausforderung», sagt Präsident Marcel Haberecker. Der Klub stecke «tief in den roten Zahlen» und zehre schon lange von den Reserven. Der Verlust für das Jahr 2025 werde sich voraussichtlich auf 84’000 Franken belaufen, mit demselben Minusbetrag müsse man nun auch für 2026 rechnen. Es führe wohl kein Weg daran vorbei, die Gemeinde um erneute Unterstützung zu bitten. Für die Jahre 2025 und 2026 hatte sie je 20’000 Franken beigesteuert.

Das Problem sind nicht nur die höheren Kosten, sondern auch die reduzierten Einnahmen. Vor der Sanierung meldeten sich jeweils rund 250 Kinder ab 4 ½ Jahren für die Schwimmschule an. Nun sind es nur noch 110. Die rund 300 Mitglieder des Klubs müssen sich fürs Training weitherum Wasser suchen: in Zumikon (Juch), in Witikon (Looren und Tertianum), in Küsnacht, in Zürich (Unispital Balgrist) und im Zollikerberg (Tertianum). «Wir müssen an diesen Trainingsorten auch zusätzlichen Aufwand für die Sicherheit treiben, was sowohl die Kosten als auch die Belastung für die Trainerinnen und Trainer erhöht», sagt Haberecker.

Schule und Pacht: noch offen

Die Schule Zollikon ist bislang ins Hallenbad Juch ausgewichen. Das habe recht gut funktioniert, sagt Zumikons Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. Er gehe davon aus, dass die bestehende Vereinbarung vermutlich verlängert werden könnte.

Auf Grund der Verzögerungen hat die Gemeinde auch mehr Zeit, um nach einem Restaurateur für das Fohrbach zu suchen. Die Verpachtung des Gastrobetriebs soll laut Müller demnächst ausgeschrieben werden. Somit bleibt vorderhand auch offen, ob der neue Pächter auch Interesse am Betrieb des Seebadi-Restaurants hätte, das nach dem Abgang von Michél Péclard verwaist ist.

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