Ein Funke Hoffnung – oder Angst
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13. Februar 2026 – Die bisherigen Gemeinderäte Dümmler, Sieger, Müller, Selz und Fischer sind so gut wie gewählt. Um den sechsten Platz könnte es unter Umständen zu einem zweiten Wahlgang kommen, denn das Reglement erlaubt Nachnominierungen. Noch ist das Rennen nicht gelaufen.

VON RENE STAUBLI
Als sich der Gemeinderatskandidat Hermann Stern (GLP) kürzlich bei der Podiumsdiskussion im Gerensaal vorstellte, wirkte er siegesgewiss. Kurz zuvor hatte die SVP-Kandidatin Adrienne Suvada das Handtuch geworfen, seine Wahl schien so gut wie gesichert, und er erhielt erste Gratulationen. Trotzdem sagte er zum Publikum einen bemerkenswerten Satz: «Sie müssen am 8. März aber schon noch wählen gehen und mir Ihre Stimme geben, damit ich das absolute Mehr erreiche.»
Stern sprach damit einen interessanten Punkt an. Denn 6 Kandidierende für 6 Sitze im Gemeinderat bedeuten nicht, dass die 6 automatisch gewählt sind. Alle müssen das absolute Mehr erreichen. Wenn jemand diese Marke verpasst, käme es am 14. Juni zu einem zweiten Wahlgang. Für diesen Wahlgang könnten bis am 18. März neue Wahlvorschläge eingereicht werden.
Das könnte beispielsweise bedeuten, dass die SVP, die Suvada unterwegs «verloren» hat, eine neue Kandidatin für den Gemeinderat portiert, beispielsweise die Rechtsanwältin Sibylle Lehner. Ihr werden trotz guter Qualifikation nur geringe Chancen auf eine Wahl in die Baubehörde eingeräumt, für die sie kandidiert. Es käme dann zu einem Wahlkampf zwischen Stern und Lehner.
Das absolute Mehr ist nicht absolut
Das absolute Mehr kann durchaus beeinflusst werden. Es wird wie folgt berechnet: Vom Total aller eingegangenen Stimmen werden zunächst die ungültigen abgezogen und dann auch noch die leer gelassenen Zeilen (leere Stimmen). Wer also statt sechs Namen nur «Hermann Stern» auf den Wahlzettel schreibt, hilft mit, das absolute Mehr zu reduzieren.
Anhand der Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2022 könnte man folgende Rechnung anstellen: Wenn 500 GLP-WählerInnen so vorgegangen wären, hätte sich die Zahl der leeren Stimmen um 2’500 erhöht und das absolute Mehr von 1’195 auf 985 Stimmen beachtlich reduziert.
Schulpflege: das neue alte Duell
Auch bei der Wahl für die Mitglieder der Schulpflege gilt das absolute Mehr. Interessant ist das Wahlergebnis von 2022: Damals kandidierten die beiden Neulinge David Sarasin (FDP) und Rui Biagini (GLP), die sich diesmal nicht nur um die Wiederwahl, sondern auch um das Präsidium bemühen. Sarasin erzielte 1’822 Stimmen, Biagini 1’656. Bei der Präsidentenwahl schwang die einzige Kandidatin Claudia Irniger (FDP) mit 1’186 Stimmen weit obenaus, Biagini erhielt ausser Konkurrenz 84 Stimmen, Sarasin nur 34.
Schulpräsident wird, wer die Wahl in die Schulpflege schafft und bei der Ausmarchung ums Präsidium am meisten Stimmen erzielt. Es wäre also grundsätzlich möglich, dass der Kandidat A bei der Wahl der Schulpflege-Mitglieder 2’000 Stimmen bekommt und der Kandidat B nur 1’800, dass dann aber in der separaten Wahl zum Präsidenten das Pendel zurückschwingt und der Kandidat B mehr Stimmen auf sich vereinigt als der Kandidat A.
Das sind natürlich alles nur Gedankenspielereien – ob der 8. März bereits Klarheit bringt? Wir werden sehen.
Wahlen 2026 auf einen Klick:
19.11.25: Zollikon steht vor einem heissen Wahlkampf
08.01.26: Störgeräusche im «Vatikan des Freisinns»
12.01.26: Marc Raggenbass, Kandidat für die RGPK und das Präsidium
20.01.26: David Sarasin, Kandidat für die Schulpflege und das Präsidium
22.01.26: Rui Biagini, Kandidat für die Schulpflege und das Präsidium
26.01.26: Adrienne Suvada zieht ihre Kandidatur für den Gemeinderat und das Präsidium zurück
28.01.26: Patrick Dümmler, Kandidat für den Gemeinderat und das Präsidium
30.01.26: Podiumsdiskussion: Kontrahenten in Samthandschuhen
04.02.26: Das Zweckbündnis FDP/F5W und die Wahlempfehlungen der Parteien
Für den Gemeinderat: Patrick Dümmler, Sandra Fischer, André Müller, Dorian Selz, Sylvie Sieger, Hermann Stern
Für die Schulpflege: Christian von Ballmoos, Rui Biagini, Brigitte Eigenmann-Gossauer, Philippe Klemenz, Sabine Knüsli, Sonja Lier, Andrea Linter, David Sarasin, Andreas Tschopp, Nicole Waechter
Für die RGPK: Iris Heeg, Felix M. Huber, Christopher Linter, Severin Luder, Daniel Oettli, Marc Raggenbass, Sandra Strickler, Thomas Winkler
Für die Baubehörde: Raphaël Camp, Alain Clavadetscher, Regula Harder, Christiane Huber-Hirzel, Sibylle Lehner, Alex Römer
Für die Sozialbehörde: Renate Diener, Christian Freihofer, Christine Hoff, Corinne Hoss-Blatter, Marcus Kohout
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