Turbulente Szenen auf der Bergstrasse

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18. Februar 2026 – Fast 9 Monate dauert die Sanierung des Dufourplatzes. Am Tag 1 zeigte sich, dass Automobilisten «Gewohnheitstiere» sind. Dutzende tappten wegen der suboptimalen Signalisierung in die Einbahnfalle auf der Bergstrasse. Nach den Sportferien ist mit grösseren Staus zu rechnen. (1 Kommentar)

18. Februar 2026 – Fast 9 Monate dauert die Sanierung des Dufourplatzes. Am Tag 1 zeigte sich, dass Automobilisten «Gewohnheitstiere» sind. Dutzende tappten wegen der suboptimalen Signalisierung in die Einbahnfalle auf der Bergstrasse. Nach den Sportferien ist mit grösseren Staus zu rechnen.

Pech gehabt: LKW muss auf Bergstrasse wenden (Fotos / Video: ZN)
Pech gehabt: LKW muss auf Bergstrasse wenden (Fotos / Video: ZN)

VON RENE STAUBLI

Dienstagmorgen, 7.30 Uhr, längere Kolonne auf der Bergstrasse zwischen Fohrbach und Kreuzung Rotfluhstrasse. Endlich unten angelangt, sind viele Autofahrer verunsichert: Rechts abbiegen oder links? Einige hupen, weil der Vordermann (zu) lange überlegt und stillsteht.

Geradeaus scheint es auch zu gehen, denken erstaunlich viele, denn die Einbahn-Signaltafel mit dem Vermerk «ausgenommen ÖV» steht diskret am rechten Strassenrand, um den Bus nicht zu behindern. Die Fahrt endet freilich schon bei der Bushaltestelle Gemeindehaus. Dort kommt es zu hektischen Wendemanövern, gerne auch via Parkplatz oder Busspur. Ein Lastwagen-Chauffeur hat alle Mühe, sein langes Gefährt um 180 Grad zu drehen. Es herrscht ziemliches Chaos.

Diskret platziertes Einbahnsignal mit Hinweis «ausgenommen ÖV»
Diskret platziertes Einbahnsignal, damit der Bus durchkommt

Um 7.40 Uhr steigen wir beim Gemeindehaus in den Bus 910 Richtung Zolliker Bahnhof, um einen Eindruck von den Bauarbeiten am Dufourplatz zu bekommen. Nach 100 Metern muss der Chauffeur anhalten und aussteigen, um das Signal von Hand umzustellen. Fahrgäste benützen die Gelegenheit ebenfalls und versuchen, den Anschlussbus am Dufourplatz zu Fuss zu erreichen, was nicht ganz einfach ist. Sie hühnern zwischen bergwärts fahrenden Autos über die Strasse. Dann fährt unser Bus wieder los und kommt zum Kreisel, ein ver(w)irrter Velofahrer kann gerade noch ausweichen:

In den kommenden 9 Monaten wird der älteste Kreisel des Kantons instandgesetzt, werden die vier Bushaltestellen hindernisfrei ausgebaut, gibt es eine Treppe zur Gstadstrasse hinunter (drei dicke Bäume sind bereits gefällt), werden Fussgängerquerungen mit Mittelschutzinseln eingerichtet, gibt es eine sogenannte Furt für den aus der Zollikerstrasse kommenden Veloverkehr, wird die Beleuchtung angepasst und der Fahrbahnbelag erneuert.

Heikle Querungen für Fussgänger

Rings um den Dufourplatz ist Geduld gefragt. Auf der Zollikerstrasse bildet sich eine lange Kolonne. Der Verkehr wird mit Ampeln gesteuert, allerdings gibt es kein grünes oder rotes Licht für die Fussgänger, sie müssen selber schauen, wie sie heil zu den provisorischen Haltestellen kommen.

Den VelofahrerInnen, die auf der Alten Landstrasse nach Zürich wollen, ist es erlaubt, die Bergstrasse zu überqueren. Signalisiert ist das jedoch nicht, Vorsicht ist angebracht. Die Autos müssten Richtung Gemeindehaus bergwärts abbiegen, aber einige fahren aus lauter Gewohnheit geradeaus. Noch sind keine Polizisten in Sicht.

Gewöhnungsbedürftig: links am Kreisel vorbei – Achtung Fussgänger!
Gewöhnungsbedürftig: links am Kreisel vorbei – Achtung Fussgänger!
Lange Kolonne auf der Zolliker Strasse
Lange Kolonne auf der Zollikerstrasse
Gewohnheitsmässig geradeaus, obwohl man rechts abbiegen müsste
Alte Landstrasse: Verbotenerweise geradeaus statt bergauf nach rechts

Zollikon steht verkehrstechnisch gesehen vor herausfordernden Monaten, denn die Bauarbeiten dauern noch bis Ende Oktober. Nach den Sportferien sind Nerven gefragt, mit verstopften Strassen ist zu rechnen.

Dass sogar Verkehrssignale den Stress spüren, zeigte sich am späteren Morgen: da gab ein oranger Wegweiser Richtung Zürich unversehens den Geist auf.

Erschöpfter Wegweiser Richtung Zürich
Erschöpfter Wegweiser Richtung Zürich

Erklärvideo zum Umbau des Dufourplatzes:

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1 KOMMENTAR

Irgendwie meine ich, nie etwas vom Baumkahlschlag gelesen oder gehört zu haben. Seltsam, für ein Treppchen. Was die Dauer der Sanierung angeht: Verglichen mit dem Jahrhundertumbau des «Hauptbahnhof Waldburg» geht es ja schon fast blitzschnell.

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