VBZ setzt auf Streetart-Design

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31. März 2026 – Die Zürcher Verkehrsbetriebe möchten die Zolliker Busse in einem moderneren Design verkehren lassen. Sie haben den Zürcher Graffiti-Künstler Alex Hohl mit der Gestaltung eines Prototypen beauftragt. Der Zolliker Gemeinderat steht dem Projekt kritisch gegenüber.

Prototyp des Zürcher Graffiti-Künstlers Alex Hohl (Foto: zVg)
Prototyp des Zürcher Graffiti-Künstlers Alex Hohl in der VBZ-Werkstätte (Foto: zVg)

VON RENE STAUBLI

Für die VBZ standen gemäss Mediensprecherin Judith Setz zunächst drei Varianten im Vordergrund: Beibehaltung der braunen Farbe, weisse Farbgebung gemäss Corporate Identity der neuen Betreiberin EUROBUS oder blau-weisses VBZ-Design.

Der Zolliker Gemeinderat hat sich laut Setz für die erste Lösung stark gemacht – mit dem Argument, dass die braune Farbe bei den Pendlern beliebt und für die Gemeinde identitätsstiftend sei. Die ab Dezember für die Zolliker Linien zuständige Firma EUROBUS welti-furrer AG habe darauf verwiesen, dass sie die regionalen Linien der «Verkehrsbetriebe Glattal» und des «ETH-Shuttles» zwischen Hauptbahnhof und Campus Höngg mit weissen Fahrzeugen betreibe; diese Farbe würde das Unternehmen auch für die Zolliker Busse bevorzugen. Für das VBZ-Design sprach laut Setz, «dass die wichtigsten Zolliker Buslinien 912 und 916 zu einem schönen Teil auf Stadtgebiet unterwegs sind».

Inzwischen favorisieren die VBZ aber eine vierte Lösung, schreibt die Medienverantwortliche auf Anfrage der «ZollikerNews». Man habe den Zürcher Streetart- und Graffiti-Künstler Alex Hohl um die Gestaltung eines Prototypen in einem Design gebeten, das mehr Urbanität verströme. Das Resultat habe die Jury davon überzeugt, für die Zolliker Busse ein progressives Outfit zu wählen. Streetart sei als Kunstform längst in der Gesellschaft angekommen und anerkannt: «Indem wir beim Design mit der Zeit gehen, tragen wir zur Attraktivität des ÖV bei und betonen Zollikons Image als fortschrittliche, der Stadt zugewandte Gemeinde.»

«Flächen Identität verleihen»

Alex Hohl verfügt über Erfahrung bei der Gestaltung öffentlicher Verkehrsmittel. Das Carsharing-Unternehmen Mobility beauftragte ihn und den Urban-Art-Künstler Patrick Wehrli kürzlich mit dem Design des 500. Elektroautos, das in Verkehr gesetzt wurde. Für den Investor Samih Sawiris (Andermatt Swiss Alps) besprayten die beiden Künstler zwei umgebaute Waggons des Glacier-Express; diese sind als Barwagen zwischen Andermatt und Disentis unterwegs. Die Gemeinde Oberrieden ZH bestellte bei Hohl ein Streetart-Wandbild für das Wasserreservoir Huebeggli. Zu seinen Auftraggebern zählen national und international tätige Unternehmen, kantonale Verwaltungen, Gemeinden sowie Private. Hohl sagt, als Streetart-Künstler unterstütze er Unternehmen, Behörden und Privatpersonen dabei, «Flächen Identität zu verleihen».

Hohl (rechts) bei er Arbeit am Glacier-Express-Barwagen
Hohl (rechts) bei er Arbeit am Glacier-Express-Barwagen
Fertiger Wagen in Andermatt
Fertiger Waggon in Andermatt
Alex Hohl (links) und Patrick Wehrli mit Mobility-Jubiläumsauto
Alex Hohl (links) und Patrick Wehrli mit Mobility-Jubiläumsauto
Hohls Streetart-Wandbild am Wasserreservoir Huebeggli in Oberrieden
Hohls Streetart-Wandbild am Wasserreservoir Huebeggli in Oberrieden

Laut Mediensprecherin Setz wollen die VBZ in den nächsten Wochen unter den Benutzerinnen und Benutzern der Zolliker Buslinien eine Umfrage durchführen, um die Akzeptanz des neuen Designs zu testen. Die Firma EUROBUS ist gemäss ihrem ÖV-Geschäftsleiter Patrick Nussbaumer «offen für dieses interessante, urbane Experiment».

Website des Zürcher Streetart-Künstlers Alex Hohl

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