Ist Ihr Büsi wirklich glücklich?

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Balz Spörri: «In Zollikon leben gemäss der Schweizer Tierdatenbank Identitas derzeit 940 registrierte Katzen. Für alle wird ausgezeichnet gesorgt. Das zumindest würden wohl ihre BesitzerInnen sagen. Doch sind die Büsis auch glücklich? Eine neue Studie über Hauskatzen kommt zu einem überraschenden Ergebnis.»

Glückliche Katze?
Glückliche Katze? (Foto: Pixabay)

VON BALZ SPÖRRI

In Zollikon leben gemäss der Schweizer Tierdatenbank Identitas derzeit 940 registrierte Katzen. Für alle wird ausgezeichnet gesorgt. Das zumindest würden wohl ihre BesitzerInnen sagen. Doch sind die Büsis auch glücklich? Eine neue Studie über Hauskatzen kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Für die Studie befragte ein Team der Veterinärmedizinischen Universität Wien über 400 Katzenhalter in Österreich und Deutschland. Zunächst mussten diese intuitiv Verhalten, Gesundheit und Umfeld ihrer Stubentiger beurteilen. Resultat: Die Teilnehmer bewerteten die Lebensqualität ihrer Vierbeiner mit beeindruckenden 89 von 100 möglichen Punkten.

Danach mussten die Katzenhalter einen detaillierten Fragebogen ausfüllen, in dem unter anderem Alter, Gewicht, Appetit oder chronische Beschwerden der Tiere abgefragt wurden. Ebenso wurde zum Beispiel danach gefragt, ob die Katzen nach draussen dürfen oder ob ihnen Klettermöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Anschliessend verglichen die Forschenden die intuitive und die wissenschaftliche Bewertung. Der positive Befund vorweg: Katzenhalterinnen und -halter sind gegenüber ihren Tieren sehr aufmerksam, wobei sie ihr Urteil vor allem auf konkrete Signale stützen: Wenn die Katze sie an der Türe begrüsst, gut frisst und zufrieden auf ihrem Schoss schnurrt, sind sie überzeugt, dass sie glücklich ist.

Gut möglich, dass die Katze in diesen Momenten tatsächlich glücklich ist. Für ihr Wohlbefinden spielen aber auch weitere Faktoren eine Rolle, die ihre Besitzer nicht immer bewusst wahrnehmen, so die Studie. «Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass gerade die Dinge, die am ehesten unbemerkt bleiben, diejenigen sind, die sich leise über die Zeit hinweg ansammeln», sagt Studienleiter Andrea Sommese.

Zu diesen übersehenen Faktoren zählen zum Beispiel eine möglichst anregende Umgebung – und das Gewicht.

Tierärzte schätzen, dass 30 bis 60 Prozent der Hauskatzen übergewichtig sind. Das reduziert ihre Aktivität, schadet ihrer Gesundheit und verkürzt die Lebensdauer. Laut der Studie schenken Katzenhalterinnen und -halter dem (allfälligen) Übergewicht ihrer Tiere jedoch oft zu wenig Beachtung. Deshalb empfehle es sich, die Vierbeiner hin und wieder zu wägen, um ihr Gewicht unter Kontrolle zu halten, sagte kürzlich die Tierärztin Nadine Kurt im «Migros Magazin».

Um sicher zu sein, dass es ihrer Katze rundum gut geht, empfehlen die Forschenden den Besitzern, das Leben ihrer Stubentiger regelmässig aus einer neuen Perspektive, quasi von aussen, zu betrachten – mit Neugier statt Sorge. «Durch genaues Beobachten, eine bereichernde Umgebung und die Pflege der Beziehung stellen wir sicher, dass die Katzen nicht nur zufrieden wirken, sondern wirklich glücklich sind.»

Allerdings: Solange die Büsi den Fragebogen nicht selbst ausfüllen, werden wir wohl nie ganz genau wissen, wie glücklich sie tatsächlich sind.

P.S. Die beliebtesten Katzennamen in Zollikon sind gemäss Datenbank Identitas übrigens Luna, Leo und Nala.

Hier geht es zur Studie

Balz Spörri (geb. 1959) lebt als Journalist und Autor in Zürich.

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