«Sonnennah essen, das wäre ideal»

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13. April 2026 – Das Publikum erlebte am Donnerstag einen vergnüglichen und informativen Abend. Die Zolliker Ernährungsspezialistin Eva Maiwald gab im «Talk am Puls» eine Reihe guter Tipps zur gesunden Ernährung. Wir berichten nicht nur in Worten, sondern auch in drei Video-Sequenzen.  

Eva Maiwald und Barbara Lukesch im Gespräch (Foto/Video: ZN)
Eva Maiwald und Barbara Lukesch im Gespräch (Foto/Video: ZN)

VON RENE STAUBLI

So würde das mit dem «sonnennahen» Essen gehen: Nach Sonnenaufgang sollte man ein reichhaltiges Frühstück zu sich nehmen, um den persönlichen Motor in Fahrt zu bringen, dann 4 Stunden Pause, damit der Körper Zeit hat zur Verdauung. Beim höchsten Sonnenstand ist die Hauptmahlzeit fällig, der zweite Energieschub für den Tag, danach wieder 4, besser 5 Stunden Pause. Abends sollte man dann möglichst schon um 18 Uhr die kleinste Mahlzeit zu sich nehmen, die den Magen nicht mehr allzu sehr belastet und einen besser schlafen lässt.

Wer so durch den Tag geht, hat grössere Chancen, gesund und schlank zu bleiben. Die Einsicht ist allerdings nicht ganz neu. Eva Maiwald erinnerte an das bekannte Sprichwort «Morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler». Unsere Vorfahren hätten trotz bescheidener Verhältnisse eine Menge richtig gut gemacht: «Unter der Woche viele Kartoffeln und am Sonntag ein feiner Braten.» Wirkungsvoll sei, die Mahlzeiten mit Rohkost und Gemüse zu starten: «Die Ballaststoffe kleiden den Darm aus und entlasten so den Körper.»

Was man bei den drei Mahlzeiten idealerweise zu sich nehmen sollte, verrät Eva Maiwald im Video Nr. 1:

4 Latte Macchiato pro Tag?

Das Essen sei das eine, sagte Barbara Lukesch, die Aufnahme von Flüssigkeit das andere. Was und wieviel sollte man trinken? Da helfe eine einfach Formel, antwortete Eva Maiwald: Das Gewicht mal 0,03 Liter ergebe die ideale Flüssigkeitsmenge. Wer 70 Kilogramm wiegt, sollte also täglich 2,1 Liter zu sich nehmen, am besten vor allem Wasser und ungesüssten Tee, um die Kalorienaufnahme niedrig zu halten. Man müsse bedenken, dass ein einziger Latte Macchiato einer ganzen Mahlzeit entspreche. Barbara Lukeschs Geständnis, sie trinke täglich 3 bis 4 von der Sorte, sorgte im Publikum für Heiterkeit und Stirnrunzeln bei der Ernährungsspezialistin: «Darüber müssen wir reden!»

«Alles in Massen sei ein guter Grundsatz», fügte sie an (Massen mit langem «a»). Sicherlich sei es auch gesund, Fruchtsäfte zu trinken, aber eben, ein grosses Glas enthalte gut und gern den Saft von 5 Orangen und viel Fruchtzucker – «würden Sie 5 ganze Orangen aufs Mal essen? Wohl eher nicht.»

Das elende Bauchfett

Natürlich brachte Barbara Lukesch auch das Thema Übergewicht aufs Tapet. Zwar könne man in den Zeitungen jeden Tag Ernährungstipps lesen, aber ein Blick auf die Menschen zeige, dass die ganze Aufklärung offenbar nicht viel nütze. Ihr falle auf, dass fast jeder ältere Mann einen dicken Bauch habe, während die Frauen sich besser hielten. Das relativierte Maiwald: «Bei den Männern sammelt sich das Fett vor allem Bauch, bei den Frauen ist es von Natur aus besser verteilt.»

Auf die Frage, was Sie Eltern rate, deren Kind wahnsinnig gern Kuchen und Pommes mit Ketchup und Mayo zu sich nimmt und deshalb übergewichtig ist, hat sie eine klare Antwort: «Man muss die Eltern coachen, nicht das Kind.» Das fange mit gescheiten Einkäufen an und ende mit der strikten Botschaft: «Es gibt nur das, was im Kühlschrank ist.» Sich in jungen Jahren an fettreiches Essen zu gewöhnen, könne sich auf das ganze Erwachsenenleben negativ auswirken. Dass Grosseltern ihre Enkel auch mal mit Süssigkeiten verwöhnen, hält sie jedoch für vertretbar: «Das sind doch schöne Kindheitserinnerungen.»

Im Video Nr. 2 erklärt Eva Maiwald, warum Übergewicht ein grosses Problem ist:

Der Drang zum Kühlschrank

Heisshungerattacken kennen wir alle. Plötzlich führt kein Weg mehr am Kühlschrank vorbei. «Dann muss man unbedingt eine Cremeschnitte essen und sich eine Schoki, am besten mit Rahm, reinziehen», sagte Barbara Lukesch wohl aus eigenem Erleben. Was denn das für Signale seien?

«Ganz klar Anzeichen von einem Energiedefizit oder von Stress», antwortete Eva Maiwald. Ihrer Erfahrung nach eher von letzterem, denn man müsse schon sehen, dass die Menschen heute sehr eingespannt seien. Bei der Arbeit müsse alles subito erledigt sein, über Mittag esse man schnell etwas zwischendurch: «Wo bleibt da die Musse, der Genuss, die Entspannung?» Sie rate in solchen Momenten zu einem Glas Wasser, um das Hungergefühl zu bekämpfen, aber generell zu schönen Zeitfenstern bei allen Mahlzeiten.

Im Video Nr. 3 geht es um den Zusammenhang zwischen Essen, Bewegung und Stress:

Nach dem Talk entspann sich ein munteres Frage-und-Antwort-Spiel mit dem Publikum. Zwei Dinge bleiben besonders in Erinnerung: aus der Sicht von Eva Maiwald ist es ein «no go», das Essen mit der Mikrowelle aufzuwärmen: «Da werden die ganzen Nährstoffe zerstört.» Sich eine Mahlzeit mit einem modernen Thermomix-Küchengerät zuzubereiten, hält sie jedoch für eine valable Lösung. Für jene, die es nicht wissen: Solche Apparaturen wiegen, mixen, zerkleinern, rühren, kneten, erhitzen, garen, braten ganze Menüs und reinigen sich anschliessend auch noch selber. Aber es komme natürlich auch hier darauf an, gesunde Zutaten zu verwenden.

Am Schluss des Abends, nach einem grossen Applaus, hatte man das Gefühl, dass das Publikum das Café am Puls gut genährt und zufrieden verliess.

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