So ist gut: super Pommes und feine Burger
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26. Mai 2026 – Die Badesaison ist eröffnet. Zeit, der Seebadi und ihrem neuen Restaurant einen Besuch abzustatten. Fazit: Es ist alles, wie es sein muss. Pommes Frites, Hot Dogs, Chicken Nuggets zu bezahlbaren Preisen. Aber auch ein paar Spezialitäten und ein kaltes Bier. Gut so!

VON BARBARA LUKESCH
Der erste wirklich schöne und vor allem warme Frühlingsabend lockte uns in die Seebadi. Wir wollten wissen, wie sich das neue Gastro-Angebot präsentiert. Zur Erinnerung: Vor genau einem Jahr hatten wir der Seebadi bereits einmal einen Besuch abgestattet und das Restaurant, das gerade eben von Gastro-Unternehmer Michél Péclard übernommen worden war, einem Test unterzogen. Endlich hatte auch Zollikon seinen Péclard-Ableger; das klang doch vielversprechend.
Das Essen war tatsächlich mehrheitlich lecker, aber nicht wirklich badi-like. Wer auf einen Hot Dog oder Chicken Nuggets gehofft hatte, ging leer aus. Dafür hätte er ein Rindsfilet vom heissen Stein (ohne Beilagen) für 59 Franken nehmen können. Das taten wir zwar nicht, aber auch ohne diese Fleischdelikatesse machte uns die Rechnung am Ende des Abends fassungslos: knapp 180 Franken für 2 Personen!
Tempi passati. Die aktuelle Badi-Gastronomie hat sich zurückbesonnen auf ihre ursprüngliche Aufgabe: Jung und Alt nach oder auch während ein paar schönen Stunden am Wasser mit bezahlbaren kulinarischen Leckerbissen zu verwöhnen. Es gibt keine Bedienung mehr; alle stehen am Kiosk an, nachdem sie vorgängig die Hälse in den Himmel gereckt und auf der grossen Tafel, die oberhalb der Verkaufstheke hängt, ihre Wahl getroffen haben.

Es gibt Hot Dogs (6.50 Franken), eine Portion Pommes (7 Franken), Chicken Nuggets und Fischknusperli mit Pommes für Kinder (10.50 Franken), aber auch grüne und gemischte Salate mit und ohne Falafel (von 10.50 bis 19.50 Franken), Flammkuchen (18.90 Franken), Bowls mit Fleisch, Gemüse und Reis (22.50 Franken) plus selbstgebackene Kuchen (4.50). Softdrinks aller Art, Biere mit und ohne Alkohol plus Aperol und Hugo bilden das Getränkeangebot. Wer Wein will, kann nach einer Extrakarte am Buffet fragen.
Hausspezialitäten: Momos und Tenz-Burger
Wir entscheiden uns für die als Hausspezialitäten bezeichneten Momos (19.90), tibetische Teigtaschen mit Gemüse- oder Fleischfüllung, und für den Tenz-Burger aus Rindfleisch in einer Brottasche (17.90). Dazu einen grünen Salat, zwei Bier und ein Mineralwasser.
Die Gäste erhalten einen Alarmknopf, der sich unüberhörbar bemerkbar macht, sobald das bestellte Essen bereit ist. Das funktioniert reibungslos. Serviert wird auf Kartontellern, kein Plastik.
Unsere Momos sind gut: Hübsche Teigtaschen, die Einen mit einer schmackhaften Gemüsefüllung, bestehend aus Erbsen, Spinat, Kartoffeln und Tofu, die anderen mit Rindshack. Wir tunken sie wahlweise in Soja-, eine selbstgemachte Jogurt- oder eine scharfe Chilisauce. Ergänzt werden sie mit ein paar Salatblättern.

Der Tenz-Burger steckt in einem «hausgemachten tibetischen Brot», das wir uns auch etwas kompakter hätten vorstellen können. Das Fleisch hingegen war wunderbar gebraten, die begleitenden Rotkohlstreifen plus die karamellisierten Zwiebeln verliehen dem Ganzen einen attraktiven süss-bitteren Geschmackskick. Der grüne Salat bestand aus frischen Eisbergblättern, einer etwas verloren wirkenden Cherrytomate und einigen Sonnenblumenkernen, aromatisiert mit einer mittelmässigen französischen Sauce. Dafür waren die Pommes Frites fantastisch, die wir uns nach einer kurzen Verdauungspause zusätzlich gönnten.

Frisch zubereitet, superknusprig, wunderbar gewürzt. Suchtpotenzial! So muss es in einer Badi-Beiz sein! Der Mississippi-Kuchen, wir ergatterten das letzte Stück dieses köstlichen Schoko-Cakes, rundete unsere Mahlzeit ab.

Die Sonne verlieh unserem Aufenthalt den sanften Glanz eines Maiabends und wirkte wie eine Verheissung: Der Sommer kommt auch noch! Am Nachbartisch tollte eine zwölfköpfige Gruppe von Jugendlichen herum; sie flachsten, assen und tranken und übten sich bereits schwer darin, den heimlich Angebeteten zu imponieren. Das konnte bisweilen etwas laut werden. Badi-Leben halt!
Wir bezahlten etwas über 90 Franken und beschlossen, künftig wieder häufiger die prächtige Zolliker Seebadi zu besuchen.
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