Beatrice Landert: immer noch auf Wohnungssuche

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9. Oktober 2026 – Es ist hinlänglich bekannt, dass es in Zollikon an Alterswohnungen fehlt. Eine der Betroffenen ist die 93-jährige Beatrice Landert, die nach monatelanger ergebnisloser Suche immer noch nicht weiss, wo sie ab Mitte nächsten Jahres leben soll. (1 Kommentar)

9. Oktober 2026 – Es ist hinlänglich bekannt, dass es in Zollikon an Alterswohnungen fehlt. Eine der Betroffenen ist die 93-jährige Beatrice Landert, die nach monatelanger ergebnisloser Suche immer noch nicht weiss, wo sie ab Mitte nächsten Jahres leben soll.

Beatrice Landert braucht dringend eine Wohnung (Foto: ZN)
Beatrice Landert braucht dringend eine Wohnung (Foto: ZN)

VON BARBARA LUKESCH

Als wir uns vor gut einem Jahr trafen, war Beatrice Landert am Boden zerstört. Es war noch nicht so lange her, seitdem sie erfahren hatte, dass sie ihre geliebte Wohnung an der Langwattstrasse 27 nach 30 Jahren verlieren würde. Die Wohnung sei ideal für sie gewesen: wenig mehr als 1000 Franken Mietzins; mit der Lage im ersten Stock auch für ihren Kater Felix geeignet, der tagsüber durchs Quartier streift; der Coop und die Forchbahn in Gehdistanz, so dass sie Einkäufe und andere Erledigungen problemlos ohne Auto oder fremde Hilfe erledigen kann. Die 93-Jährige seufzt: «Hier ist mein Daheim, hier fühle ich mich sicher und geborgen.» Sie kenne jeden Baum, jeden Strauch und vor allem zahllose Menschen, mit denen sie gern ein paar Worte wechsle.

Im Sommer erhielt sie die Kündigung auf Ende März 2026: Abriss und Neubau. Die knappe Frist setzte sie besonders unter Druck. Da traf es sich gut, dass mit der Firma Softub, die Saunen und Whirlpools verkauft, eine weitere Mietpartei im Haus untergebracht war, die genau wie sie auf eine Fristerstreckung angewiesen war. Gemeinsame Anstrengungen führten schliesslich zur Verlängerung des Mietverhältnisses bis zum 30. Juni 2027.

Bescheidene Ansprüche

Immerhin! Beatrice Landert war klar, dass sie die zusätzlichen Monate nutzen musste, um sich auf Wohnungssuche zu machen. Nach dem Erscheinen des ersten Artikels in den «ZollikerNews» vom 16. Oktober 2025, der auf enormes Interesse und grosse Resonanz gestossen war, kam es zu einer Begegnung mit Gaby Scheidegger von der Zolliker Fachstelle Alter und Gesundheit. Landert empfand den Kontakt als «wertschätzend und freundlich».  

Scheidegger versprach, sich sofort zu melden, sobald sie in ihrem grossen Netzwerk auf eine passende Wohnung stossen würde. Passend für sie, so Landert, sei eine Einzimmerwohnung oder ein Studio mit einem kleinen Küchenteil für maximal 1500 Franken pro Monat, dessen Vermieter Haustiere tolerieren würde.

Sie würde gerne auch in einem alten Haus wohnen und sei mit wenig Platz zufrieden, Hauptsache, ihr «Büsi» könne mit. Sie hätte auch nichts dagegen, wenn sie vom Zollikerberg beispielsweise Richtung Egg zügeln müsste. Neulich habe sie sich auch mal überlegt, ob man nicht auf der Rüterwies oder einer anderen Wiese im Gemeindebesitz ein paar Container aufstellen und dort mehrere Wohnungssuchende, Alte und Junge, unterbringen könnte, denen die Wohnungsnot ähnlich wie ihr zusetze. Sie wäre sofort dabei. Wenn es sein müsse, würde sie auch mit einem Wohnwagen vorliebnehmen.

Ein Platz im Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain komme für sie nicht in Frage. Sie sei weder auf Pflege angewiesen noch müsse man für sie kochen: «Ich kann meinen Haushalt nach wie vor selbstständig erledigen.» Hingegen könne sie sich vorstellen, in einem kleinen Studio in der Einrichtung zu leben – ohne allerdings zusätzliche Dienstleistungen zu beanspruchen.

Es will einfach nicht klappen

Dass sie heute, ein knappes Dreivierteljahr vor dem Auslaufen ihres Mietvertrags, immer noch ohne Aussicht auf eine neue Wohnung dasteht, hat verschiedene Gründe. Bei der Fachstelle für Alter hat man sie zwar mehrmals auf Wohnungen aufmerksam gemacht, die für sie in Frage gekommen wären: klein, aber schön, gut gelegen und katzentauglich. Dumm nur, dass fast all diese Objekte sie finanziell überfordert hätten. Sie verwirft die Hände: «Wie soll ich 2100 Franken bezahlen oder nur schon 1900?» Sie verfüge über ein monatliches Budget von knapp 2500 Franken – «mehr nicht».

Als sie eine besonders attraktive Wohnung angeschaut hatte, die all ihre Wünsche erfüllte, wäre sie bereit gewesen, den Mietzins von 1700 Franken zu akzeptieren. Sie lacht: «Ich bin ein risikobereiter Mensch und dachte mir, dass ich das schon irgendwie hinbekomme.» Es wurde dann allerdings nichts daraus: Als die Vermieterin erfuhr, dass ihre Katze keine «Wohn-«, sondern eine «Strassenkatze» sei, verlor sie das Interesse an der potenziellen Mieterin.

Verschiedene Leute hätten sie gefragt, ob sie sich nicht bei ihren Ausgaben noch etwas einschränken könne und damit ein höherer Mietzins in Frage komme. Sie wisse zwar nicht, wo genau sie noch sparen solle, aber versuchen könne sie es ja einmal. Das klingt schon fast etwas fatalistisch.

Der Zufall wollte es, dass sich eine interessante Lösung in der privaten Alterssiedlung Sonnengarten im Zollikerberg abzeichnete. Beatrice Landert wurde bei der Verwaltung vorstellig und erfuhr, dass man sie gern auf die Warteliste nehme. Als sie bei der Fachstelle Alter und Gesundheit fragte, ob sie in ihrem hohen Alter und nach einer Mietdauer von gut 30 Jahren nicht als «Notfall» durchgehe, verwies man sie auch dort auf die Warteliste und schlug ihr vor, dass sie im schlimmsten Fall ins Blumenrain ausweichen und dort ein Zimmer beziehen könne.

Landert winkt ab. Im Blumenrain komme – wie gesagt – nur ein kleines Studio für sie in Frage, nur habe sie sich sagen lassen, dass so eines gegen 3000 Franken monatlich kosten würde. Sie lacht bitter: «Ich bin Angehörige einer Generation, in der man noch kleinere Löhne verdient hat, habe mit zwei Kindern nie voll gearbeitet und verfüge mit 300 Franken monatlich auch nur über eine minimale Pensionskassenrente.» Nach einer Pause ergänzt sie: «Immerhin hängt man mit 93 Jahren nicht mehr verzweifelt am Leben.» Wenn es denn sein müsse, komme für sie auch Sterbehilfe in Frage.

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Grenzwertig, für den Tennisclub will die reiche Gemeinde Zumikon 6’700 Quadratmeter Land geben, und für Alterswohnungen hat es kein Land. Auf der Fläche könnten mindestens 50 2 1/2-Zimmer-Wohnungen gebaut werden! Eine Schande für Zumikon dass Frau Landert sogar über Freitod nachdenken muss! Es ist aber nicht nur Zumikon, alle reichen Goldküstengemeinden haben ihre betagten MitbürgerInnen aus den Augen verloren, wollen Rüstige in teure Altersheime abschieben!

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