Das Projekt Trichtenhausermühle wackelt

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13. Oktober 2026 – Weil die vertraglich festgelegte Frist für die Erteilung der Baubewilligung nicht eingehalten werden kann, soll das Projekt «Erhalt des Restaurants Trichtenhausermühle» erneut der Gemeindeversammlung vorgelegt werden – sofern es nicht vorher beerdigt wird.

Restaurant oder Wohnungen in der «Trichti»? Das ist die Frage (Foto: ZN)
Restaurant oder Wohnungen in der «Trichti»? Das ist die Frage (Foto: ZN)

VON RENE STAUBLI

Im Vertrag der Gemeinde mit der Besitzerfamilie Heer steht, dass die Bewilligung für den Umbau der Liegenschaft spätestens Ende 2026 vorliegen müsse, ansonsten falle das ganze Geschäft dahin. Dieser Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten, wie die Gemeinde und die Eigentümer bestätigen.

An einer Sitzung der drei involvierten Parteien – Familie Heer, Gemeinderat, Quartierverein Zollikerberg – wurden laut Gemeindepräsident Patrick Dümmler Ende August zwei Hauptthemen diskutiert: «eine mögliche Erstreckung der Frist sowie eine mögliche Reduktion des Platzangebots des Restaurants gegenüber den letzten Jahren».

Es braucht einen neuen Vertrag

Eine juristische Abklärung habe ergeben, dass es nicht in der Kompetenz des Gemeinderats liege, die Frist in eigener Regie zu verlängern. Dies obwohl ihn die Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2024 ermächtigt hatte, «alle mit dem Rechtsgeschäft zusammenhängenden administrativen und rechtlichen Angelegenheiten in eigener Kompetenz zu regeln».

Gemäss Dümmler braucht es einen neuen Vertrag, welcher der Gemeindeversammlung vorgelegt werden müsse. Der frühestmögliche Termin wäre der März 2027, weil umfangreiche Vorarbeiten zu leisten seien: «Jede weitere Verzögerung einer Einigung in Sachen Fläche des Restaurants etc. würde dann zur Juni-GV führen.»

Bei der Flächenfrage geht es um den Vertragspassus, wonach das künftige Restaurant «auf der bisherigen Nutzfläche» entstehen soll. Laut Dümmler muss dieses Problem zwischen der Eigentümerschaft und dem Quartierverein geklärt werden, dessen Ex-Präsident Fritz Wolf im Februar 2023 die erfolgreiche Einzelinitiative zum «dauernden Erhalt des Restaurants Trichtenhausermühle mit Saal» lanciert hatte.  

Unterschiedliche Vorstellungen

Die Verhandlungen haben Ende September begonnen. Bislang haben sich die beiden Parteien nicht gefunden. Die Besitzerfamilie habe mit ihrer Hausbank abgeklärt, unter welchen Umständen das Gesamtprojekt wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden könne, sagt deren Sprecher Deion Heer. Dabei sei klar geworden, dass der 300 Quadratmeter grosse Saal ein Problem sei. Die ausschliessliche Nutzung für Veranstaltungen rechne sich nicht.

Ein beigezogener Gastronom habe der Familie vorgeschlagen, den Restaurantbetrieb in den Saal zu verlegen und die Räumlichkeiten des bisherigen Restaurants für Gewerbezwecke zu nutzen. Dafür spreche auch, dass die derzeitige Küche für das Platzangebot deutlich zu gross sei. Den Vorschlag habe man dem Quartierverein übermittelt.

Dieser liess die Besitzerfamilie wissen, man bestehe auf der Nutzung der bisherigen Gaststuben mit der speziellen Ambiance im alten Hauptgebäude, sei aber bereit, auf den Saal zu verzichten. Die Reduktion der Nutzfläche müsste aber einhergehen mit einer Reduktion des Gemeindebetrags, sonst sei das Geschäft an der Gemeindeversammlung chancenlos.

Der nunmehr hinfällige Vertrag hätte die Familie Heer verpflichtet, das Gebäude zu sanieren und anschliessend 30 Jahre lang ein Restaurant zu betreiben. Dafür sollte sie von der Gemeinde mit insgesamt 1.5 Millionen Franken entschädigt werden, die Hälfte davon als Vorschuss. Da noch keine rechtsgültige Baubewilligung vorliege, seien bis jetzt keine Zahlungen geleistet worden, hält Dümmler fest.

«Hohes Eigentümerrisiko»

Nach dem langen Hin und Her seit der Gemeindeversammlung vom Dezember 2024 sei die Familie inzwischen mit einem zunehmenden Eigentümerrisiko konfrontiert, sagt Heer. Man benötige gestalterischen Freiraum, um ein Projekt erarbeiten und realisieren zu können, das wirtschaftlich tragbar sei und von der kreditgebenden Bank akzeptiert werde. Ob die Gemeindeversammlung in einem halben Jahr einem in wesentlichen Punkten abgeänderten Projekt zustimmen würde, sei ungewiss. Und wenn sie zustimme, könnte es wiederum 10 Monate dauern, bis ein Vertrag unter Dach und Fach sei. Die Familie müsse weitreichende Entscheidungen treffen, ohne zu wissen, ob die Gemeindeversammlung noch einmal grünes Licht geben würde. Sie werde am Wochenende zusammenkommen, um die neue Ausgangslage zu besprechen.

Dümmler signalisiert Verständnis

Er könne verstehen, dass das ein Risiko für die Besitzer sei, räumt Dümmler ein. Die Familie sei indessen «jederzeit frei, auf das Restaurant und damit auch auf die Erfüllung des Vertrags zu verzichten und ihre ursprünglichen Pläne voranzutreiben». Persönlich sei es ihm ein Anliegen, «der Familie Heer raschestmöglich Rechtssicherheit zu geben». Die Besitzer verfügen seit langem über eine Baubewilligung zur Einrichtung von 7 Wohnungen im geschichtsträchtigen Gebäude. Für ein Restaurant gäbe es bei der Umsetzung dieser Pläne keinen Platz mehr.

Die Quartiervereins-Co-Präsidentinnen Renate Diener und Esther Meier konstatieren, dass das Vorhaben «wesentlich komplexer und anspruchsvoller ist als ursprünglich gedacht». Das Ganze brauche «deutlich mehr Zeit als vorgesehen». Dem Quartierverein sei es weiterhin ein grosses Anliegen, das Restaurant zu erhalten: «Die historische Liegenschaft mit ihrer besonderen Ambiance ist ein Kleinod und soll unbedingt für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.»

Inzwischen hat der Gemeinderat die Trichtenhausermühle «aufgrund ihres hohen Eigen- und Situationswerts» als Schutzobjekt von kommunaler Bedeutung eingestuft. Die Unterschutzstellung sei mit der Eigentümerschaft vertraglich besiegelt worden. Der Entscheid wird diese Woche amtlich publiziert.

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