Eine Auswahl wie im Supermarkt
0 KOMMENTARE
22. April 2026 – Im Restaurant «Rosengarten» kann man ein Bier trinken oder käfele, die Kinder auf den Spielplatz lassen und aus einer riesigen Speisekarte feine Gerichte auswählen. Vielleicht ist diese Auswahl besonders nötig in einer Zeit, in der der Zollikerberg gastronomisch eher darbt.

VON BARBARA LUKESCH
Die letzten Strahlen der Abendsonne verleiteten uns am Samstag, einen Platz im Freien einzunehmen. Direkt neben der Forchbahn, mit Blick auf das Quartierzentrum und Weber Comestibles, sozusagen im Herzen des Zollikerbergs. Auf dem Tisch lagen bereits die papierenen Sets: Manuel Akanji, einer der Stars der Schweizer Fussball-Nati, lachte uns an. Der «Rosengarten» ist ein Ort für alle, rustikal, praktisch, unaufgeregt.
Die Getränkekarte unterstreicht dies, indem sie (fast) alles bietet, was das Herz begehrt. Sogar die Kultlimonade Gazosa ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen zu haben; dazu Hauswein im Offenausschank, aber auch etwas feinere Trauben in Flaschen. Das unverwüstliche Apérogetränk Aperol Spritz wird – zeitgemäss – mit und ohne Alkohol angeboten. Und der Clou: es gibt auch nullprozentiges Erdinger Weissbier, seit Monaten unser Lieblingsgetränk, aber auch die asiatischen Spezialbiere Kingfisher und Singha.
Anspruchsvolle Speisekarte
Die Speisekarte übertrifft diese Vielfalt dann noch um einiges. Man kann Indisch essen, mit Fleisch, Poulet, Fisch und vegetarisch. Oder Italienisch: Pasta, Risotto, Antipasti in Hülle und Fülle, Carne, Pesce und selbstverständlich Pizza. Man kann aber auch ein Rindstartar bestellen, ein sogenanntes Burger-Menu oder ein Züri-Geschnetzeltes. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das Studium der Karte wurde zur Prüfung und drohte uns zu überfordern. Zwischenzeitlich fragten wir uns, wie das Küchenteam all diesen Ansprüchen gerecht werden soll.
Letztlich rangen wir uns zu folgendem Entscheid durch: Drei Salate zur Vorspeise: einmal grün (9.50 Franken), einmal Rucola mit Parmesanspänen (12 Fr.) und einmal Caprese mit Tomaten und Mozzarella (16.50). Beim Hauptgang waren wir etwas mutiger: einmal Scaloppine di vitello al Marsala mit Nudeln und Gemüse (34 Fr.), dann das indische Rosengarten Poulet Curry mit Basmatireis (34 Fr.) und last but not least die Pizza Don Giovanni mit Salami (22 Fr.) Das Dessert liessen wir noch offen.
Schmackhafte Hauptspeisen
Die Good News an den Anfang. Die Hauptspeisen erfüllten alle Wünsche. Die Pizza war kräftig gebacken, der Teig entsprechend knusprig, die Salami von einer wunderbaren Schärfe. Ein Wurf!

Die indischen Pouletwürfel lagen zufrieden in einer cremigen, toll mit Madras Curry und feinen frischen Ingwerstäbchen gewürzten Tomatensauce. Der Basmatireis, liebevoll angereichert mit gerösteten Mandelblättchen, war perfekt gegart. Drei Sösschen ergänzten dieses kulinarische Highlight. Nach Auskunft der Kellnerin: ein Pfefferminz-Jogurt, dazu das klassische Raita mit Tomatenwürfeln und eine äusserst schmackhafte Tamarindensauce. Die Portion war so grosszügig bemessen, dass wir darum baten, uns den Rest einzupacken.

Auch die Kalbsschnitzel an Marsalasauce mundeten. Das Fleisch perfekt gebraten, die Sauce rund und lecker, das grillierte Gemüse hatte noch Biss wie auch die Nudeln. Ein richtiges Yummy-yummy-Essen. Drei Schnitzel überforderten allerdings unseren Freund, so dass er ebenfalls um einen Doggybag bat.
Zum Trinken gab es für mich Erdinger Weissbier, die beiden Männer teilten sich einen halben Liter Ripasso (45,-), der ihnen schmeckte.
Enttäuschende Salate
Weniger Begeisterung lösten zwei der drei Vorspeisen bei uns aus: Der Capresesalat, der doch stolze 16.50 Franken kostete, bestand aus riesigen geschmacklosen Tomatenscheiben, ein paar Rucolablättern, rohen roten Zwiebelringen und einer erstaunlich faden Kugel Mozzarella. Gewürzt war das Ganze mit ein paar lieblos hingeklacksten Spritzern Balsamico-Essig. Wir fragten uns, ob der Salat überhaupt mit Öl, Salz und Pfeffer in Berührung gekommen war.

Der Rucolasalat hatte ein ähnliches Schicksal erlitten: ein Berg grüner Blätter vollgekleckert mit ein paar Schlieren Balsamico-Essig und fast erdrückt von sehr vielen Parmesanspänen Die schmeckten zwar fein, aber weniger wären für einmal mehr gewesen.
Immerhin bereitete der grüne Salat – knackig und mit einer würzigen italienischen Sauce versehen – dem Esser Freude.
Beim Dessert machten wir keine grossen Sprünge mehr, satt wie wir bereits waren, und entschieden uns je für eine Kugel Mövenpick-Glacé.
Die Abendsonne war längst untergegangen, und wir begannen langsam zu frieren. Der Frühling, stellten wir fest, hat noch Luft nach oben; es darf gern noch etwas wärmer werden. Dann bietet sich das Restaurant «Rosengarten» mit seinen Aussenplätzen und – nicht zu vergessen – dem angrenzenden Spielplatz ganz besonders an.
………………..
Wenn Sie unseren wöchentlichen Gratis-Newsletter erhalten möchten, können Sie sich gerne hier anmelden. Sie können diesen Artikel auch in Ihrem Netzwerk teilen: