Legislaturziele der Grünliberalen Zollikon

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5. April 2022 – Wir setzen uns für eine nachhaltige Gemeinde ein, die vorausschauend denkt und fortschrittlich handelt. Das Dorfleben funktioniert; das Miteinander wird gelebt; die Gemeinschaft wird gepflegt. Arbeiten, Wohnen, Betreuung der Kinder, Verkehrsplanung aus einem Guss in einem Dorf, das über eine zukunftsfite Schule verfügt.

VON PHILIPPE GULDIN

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Gesellschaft: Lebens- und Wohnräume für Familien, Kinder- und Jugendliche sowie Senioren

Zollikon erlebt einen grundlegenden demographischen Wandel hin zu mehr Familien und Kindern. Diese Chance wollen wir nutzen. Weiterhin wollen wir aber auch die Bedürfnisse der älteren Menschen ernst nehmen und ihnen ein selbstbestimmtes Wohnen zu Hause ermöglichen.

  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiges Thema für die GLP. Tagesschulen sind dabei ein zentrales Element und wollen wir in Zollikon einführen.
  • Junge Menschen sollen in unserer Gemeinde mitgestalten können. Wir wollen ein Projekt lancieren, wie sie sich in die Politik konkret einbringen können.
  • Für Familien wollen wir zentrale Begegnungsorte schaffen. Wir wollen kinder- und jugendfreundlich gestaltete Freiräume und Spielplätze. Dafür braucht es die Erarbeitung einer umfassenden und langfristigen Strategie unter Mitwirkung von Kindern, Eltern und Entscheidungsträgern der Gemeinde. Dabei wollen wir auch mit Vereinen und den Kirchen neue Konzepte erarbeiten.
  • Für die ältere Bevölkerung braucht es mehr altersgerechte Wohnungen an zentraler Lage. Begleitende Angebote wollen wir unterstützen und sinnvoll ergänzen.
  • Für ein durchmischtes Dorfleben braucht es auch bezahlbare Wohnungen, die kostendeckend vermietet werden. Die Gemeinde soll eine Strategie entwickeln, damit der Anteil an bezahlbaren Wohnungen auch in Zukunft mindestens gehalten werden kann. 

Energie: Weg von fossilen Energieträgern

Die Tage der fossilen Energieträger sind auch in Zollikon gezählt. Die Energieversorgung von Zollikon soll auf einheimische erneuerbare Energie umgebaut werden. Alternativen zur Energieversorgung der Haushalte anstelle des Gasnetzes müssen jetzt erarbeitet werden.

  • Die Baubehörde soll es für Liegenschaftsbesitzer möglichst einfach machen, ihre Liegenschaften energetisch zu sanieren. Deshalb muss die Gemeinde Planungssicherheit durch klare Kriterien für Bauherren schaffen. Zudem muss die Gemeinde als Vorbild vorausgehen und möglichst viele Dächer mit Solaranlagen versehen.
  • Die administrativen Restriktionen für Eigenverbrauchs-Gemeinschaften bei der Nutzung von Solarstrom müssen durch den gemeinderätlich delegierten Verwaltungsrat bei den Werken am Zürichsee abgebaut werden. 
  • Die GLP fordert die Überprüfung eines Seewasser-Fernwärmenetzes als langfristige Alternative zu Gas und Öl. Bis es soweit ist, müssen die Gas-Kunden eine Herkunftsdeklaration erhalten und auf Biogas umsteigen können.

Siedlungsentwicklung: Qualitative Verdichtung und Grünräume erhalten

Die vorsichtige Nachverdichtung von Dorf und Berg ist voll im Gange. Gleichwohl muss Zollikon seine grünen Vorgärten erhalten. Zum Wohle eines guten Siedlungsklimas und des Wohlbefindens der Bürgerinnen und Bürger. Die Ortskernbildung im Berg und Dorf bleiben wichtige Projekte und schaffen dörfliche Identität neben der Stadt Zürich.

  • Das Beugi-Areal wollen wir in einem partizipativen Prozess zur Stärkung des Ortskerns Zollikon-Dorf für die Öffentlichkeit nachhaltig entwickeln. Wir befürworten eine attraktive Mischnutzung, die für alle Generationen etwas bietet, z.B. attraktive Einkaufsmöglichkeiten, Orte drinnen und draussen zum Verweilen (auch ohne Konsumation), Restaurants, Vereinslokalitäten, Räume zur wechselnden Nutzung, z.B. für Ausstellungen, Co-Working Zonen, etc.  Eine lebendige Gemeinde braucht ein lebendiges Zentrum. In Anerkennung der Widmer-Initiative braucht es alternativ eine Strategie für die Weiterentwicklung des preisgünstigen Wohnungsbaus. Die soziale Durchmischung ist eine Stärke unserer Gemeinde, die wir erhalten wollen.
  • Im Zollikerberg könnte auf dem Grundstück Roswis und auf dem Areal des provisorischen Freizeitdiensts endlich ein neues Zentrum entstehen, das den Bedürfnissen der wachsenden Bevölkerung entspricht. Wir wollen nach gescheiterten Anläufen in der Vergangenheit die Diskussion erneut führen.
  • Die Forchbahn muss im Zollikerberg zur Tramlinie herabgestuft werden, um die fortschreitende Teilung des Dorfes und des Dorflebens zu durchbrechen. Es geht um Sekunden Fahrzeitgewinn, und dafür zahlt die Bevölkerung einen zu hohen Preis.  

Verkehr: Unser Gemeindegebiet entlasten

Unsere Gemeinde ist zum südlichen Einfallstrichter nach Zürich geworden. Das lässt sich kurzfristig nur mit Symptombekämpfung bewältigen. Die Gemeinde Zollikon muss deshalb ihre Bedürfnisse proaktiv einbringen und darf nicht zerrieben werden zwischen eigenständiger Verkehrspolitik in der Stadt Zürich und den Quellgebieten Bezirk Meilen/Zürich Oberland/Schmerikon sowie Glarnerland. Mittel- und langfristig muss die Mobilität in Zollikon neu organisiert werden. 

  • Gesundheits-Cluster Lengg: Hier entsteht das europaweit grösste Gesundheitszentrum. Zollikon wird den Mehrverkehr sehr direkt spüren. Es geht darum, Schleich- und Parkierverkehr durch die direkt angrenzenden Quartiere zu vermeiden. Zollikon braucht deshalb ein eigenes Quartierverkehrsgesetz. Gleichzeitig muss Zollikon sich einsetzen für eine gute Anbindung ans ÖV-Netz, damit möglichst viele Pendler mit dem ÖV anreisen.
  • Zollikerberg wird durch Strasse und Forchbahn durchschnitten. Das Verkehrsvolumen ist höher als am Gotthard-Autobahntunnel (25‘000 Bewegungen pro Tag). Die Forchbahn muss im Zollikerberg zur Tramlinie herabgestuft werden. Für den Durchgangsverkehr fordern wir die Untertunnelung ab Stadtgrenze bis Ende Siedlungsgebiet in Zollikerberg. Als Minimallösung gilt ein Konzept eines untertunnelten Dorfplatzes Binz-/Forch-/Rosengartenstrasse, um die beiden Dorfteile über einen qualitativ hochwertigen, zentralen Platz beim Schulhaus Rüterwis und Bibliothek/Freizeitzentrum für Fussgänger zu verbinden. 
  • Die GLP fordert die Planung verbesserter und sicherer Velorouten in die Stadt Zürich, insbesondere sog. Velo-Schnellrouten. Zudem möchte die GLP auch den Veloverkehr innerhalb der Gemeinde stärken durch gute Routen, klare Markierungen und Parkierungsmöglichkeiten.
  • Wir sehen die Einbindung, zusammen mit der Stadt Zürich, in das 5. Agglomerations-Programm des Bundes als zentral an, um die Bedürfnisse der Gemeinde Zollikon einzubringen.  

Biodiversität und Naherholung: Hohe Lebensqualität weiter ausbauen

Eine intakte Natur hat für uns alle einen grossen Erholungswert. Der Biodiversität auf unserem Gemeindegebiet wollen wir Sorge tragen und sie gezielt stärken – auch unseren Kindern zuliebe.

  • Öffentliche Flächen der Gemeinde sollen biodiversitätsfördernd und ohne Pestizide bewirtschaftet werden. Wenig genutzte Kleinflächen wollen wir zu ökologischen Oasen im Siedlungsgebiet umgestalten.
  • Auch Private sollen motiviert werden, in ihren Gärten Nischen für Insekten, Tiere und einheimische Pflanzen zuzulassen. Dazu braucht es von der Gemeinde regelmässige Informationen und Beratung.
  • Die Gemeinde Zollikon besitzt viel Landwirtschaftsland. Das ist eine grosse Chance, zusammen mit unseren Landwirten gezielt die Biodiversität zu stärken und für Gross und Klein Nachhaltigkeit direkt erlebbar zu machen. Die Allmend soll zu einem innovativen Vorzeigeprojekt werden.

Finanzen, Verwaltung und Infrastruktur

Unserer Gemeinde geht es – dank einem sehr starken Steuersubstrat – finanziell blendend. Diesem wollen wir Sorge tragen. Neben einem tiefen Steuerfuss gilt es aber auch gezielt in die Lebensqualität in unserer Gemeinde als wichtiger Standortvorteil zu investieren.

  • Zollikon soll eine attraktive Steuerpolitik verfolgen. Ein Steuerwettbewerb soll jedoch nicht um jeden Preis geführt werden. Letztendlich bleiben gesunde Gemeindefinanzen wichtig, um die nötigen Investitionen für die Zukunft zu sichern.
  • Die Kosten der Kernverwaltung sollen nur parallel zum Bevölkerungswachstum zunehmen (aktuell 1%). Davon ausgenommen sind unbeeinflussbare Kosten vom Kanton oder die Schulbildung.
  • Die Digitalisierung der Verwaltung soll verstärkt vorangetrieben werden, um bürgernahe und effiziente Dienstleistungen sicherzustellen.
  • Die leistungsstarke Internetanbindung von Zollikon ist lückenhaft und teilweise ungenügend. Als zeitgemässes Infrastrukturprojekt braucht die Gemeinde einen Leistungsauftrag.
  • Das Fohrbach als beliebte Breitensport-Anlage und Treffpunkt soll technisch solide und energetisch zeitgemäss saniert werden. Eine Solarstromanlage ist ein Muss und keine Option.
  • Für Bereiche, die nicht zwingend in den Kernauftrag der Gemeinde gehören, soll eine Auslagerung oder eine Zusammenarbeit geprüft werden. Im Zentrum stehen dabei nicht die Kosten, sondern eine verbesserte Dienstleistungsqualität. So können in der Zusammenarbeit mit Zumikon für das Fohrbach Mehrwerte entstehen. Auch beim Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain ist der Anschluss an eine grössere Organisation zu prüfen.
philippe guldin

Für die GLP Küsnacht-Zollikon: Philippe Guldin, Parteipräsident

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