«Wir haben den richtigen Kurs eingeschlagen»

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1. Februar 2023 – Die Schulpflege-Präsidentin Claudia Irniger über die Kommunikation mit neuen Medien, die Schaffung einer Tagesschule, vorausschauende Planung von Schulräumen und die Projektierung des neuen Betreuungshauses Rüterwis. 

Porträt Claudia Irniger
Schulpflegepräsidentin Claudia Irniger (Foto: zvg)

INTERVIEW: BARBARA LUKESCH

Frau Irniger, in ihren Legislaturzielen 2022 bis 2026 schreibt die Schulpflege, das Kommunikationskonzept für die Schule werde überarbeitet und ergänzt. Was heisst das konkret?

Mit der Digitalisierung befinden wir uns heute in einer Zeit mit sich rasch wandelnden Kommunikationsmitteln und müssen überlegen, über welche Kanäle wir künftig kommunizieren wollen. Das alte Kommunikationskonzept geht auf das Jahr 2011 beziehungsweise 2014 zurück, als es leicht überarbeitet wurde. Da besteht dringender Handlungsbedarf.

Das könnte auch den Einbezug von Social media bedeuten?

Das muss diskutiert werden. Nehmen Sie die Elternkommunikation. Da haben wir bisher stark mit  Newslettern und Mails kommuniziert. Da gibt es inzwischen andere Möglichkeiten mit gewissen Applikationen, also Apps, die sicher Vereinfachungen bringen könnten. Da müssen wir überprüfen, welche Angebote wir zu welchem Zweck nutzen könnten.

Bis Mai 2026 wollen Sie «das Bedürfnis und die Machbarkeit einer Tagesschule prüfen». Wie kann es sein, dass die Prüfung dieser Frage mehr als drei Jahre dauert?

Prüfung heisst auch, dass wir verschiedene Konzepte von Tagesschulen unter die Lupe nehmen. Die Stadt Zürich setzt eines bereits um, aber es gibt durchaus auch andere Gemeinden mit anderen interessanten Ansätzen. Wenn man eine Tagesschule ins Auge fasst, geht es ja darum, ein pädagogisches Konzept und die Tagesbetreuung unter einen Hut zu bringen. Dazu müssen wir auch den Diskurs mit der Bevölkerung führen. Wir müssen gründlich klären, was in Zollikon realisierbar ist. Ich weiss derzeit nicht, ob Zollikon überhaupt eine Tagesschule will. Ich denke, wir müssten eine anbieten. Aber letztlich entscheidet dann die Bevölkerung.

Und das erfordert mehr als drei Jahre?

Hinter neuen pädagogischen und betreuerischen Plänen stehen immer auch neue Raumkonzepte, die eingehend geprüft werden müssen. Haben wir überhaupt die nötigen Räume, um so ein Projekt umsetzen zu können? Wir können hier nicht einfach ins Kraut schiessen mit Handgelenk-mal-Pi. Das andere ist die Personalsituation, die alles andere als einfach ist, wenn man plötzlich eine Kombination von Betreuungspersonen und pädagogischem Personal will. Da gibt es ganz viele offene Fragen.

Die Schulpflege will auch, dass bis zum Ende der Legislatur «eine voraussschauende bedarfs- und nutzergerechte Schulraumplanung besteht». Das heisst, dass es bislang keine gab?

Es gibt schon eine, die man aber nach Meinung der Schulpflege professionalisieren muss.

Die Schulpflege war bislang zu wenig professionell unterwegs?

Ich denke, es hat tatsächlich an der nötigen Vorausschau gefehlt. Das müssen wir verbessern.

Warum dieser Mangel?

Es gibt einfach ganz unterschiedliche Schülerzahl-Prognosen. Ich denke, es ist wünschbar, dass wir noch einmal sorgfältig abklären, auf welche Prognosen wir uns künftig verlassen wollen.

Sie wollen auch den Wettbewerbs- und Planungsprozess für das neue Betreuungshaus Rüterwis bis im Mai 2026 abschliessen. Auch da: Warum benötigen Sie für diesen Prozess so viel Zeit?

Wenn Sie einen neuen Architekturwettbewerb ausschreiben müssen, was hier der Fall ist, sind die Durchlaufzeiten lang, allein von den Vorschriften her, und dann müssen Sie das Ganze auch noch vor die Gemeinde bringen. Wir können nur auf wenige Vorarbeiten zurückgreifen. Die Zeit bis zur Realisierung des neuen Betreuungshauses Rüterwis müssen wir mit Provisorien überbrücken.

Bis wann stehen die zur Verfügung?

Da sind wir zusammen mit der Gemeinde in der konkreten Planung. Aber ich würde mich zum Fenster hinauslehnen, wenn ich ein genaues Datum nennen würde.

Die Schulpflege will die Mitarbeitenden «durch gezielte Massnahmen für die Schule begeistern». Können Sie das konkretisieren?

An den Löhnen und vielen anderen Rahmenbedingungen können wir nichts ändern, denn die sind vom Kanton vorgegeben. Also müssen wir unserer Schule ein Profil geben, eine Wertehaltung, die uns für Lehrpersonen attraktiver macht. Auch dieser Prozess ist derzeit im Gange.

Die Situation an der Schule Rüterwis kann Ihren Vorstellungen also in keiner Art entsprechen?
Umbruchsituationen sind nie gute Situationen. In dem Moment, in dem Umbrüche stattfinden, ist es immer herausfordernd, aber wir haben den richtigen Kurs eingeschlagen, und es braucht eine gewisse Zeit und Geduld, bis sich eine so grosse Organisation wie unsere Schule in die richtige Richtung bewegt.

Die Legislaturziele 2022-2026 der Schulpflege

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