27 neue Alterswohnungen im Zollikerberg?

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5. Mai 2026 – Zollikon hat ein Problem: es gibt viel zu wenig Alterswohnungen. Nun zeichnet sich eine Möglichkeit ab: man könnte im Zollikerberg in einem Hochhaus-Neubau auf einen Schlag 27 Alterswohnungen erstellen. «Im Grundsatz wäre das denkbar», räumt die Gemeinde ein.

Standort für neue Alterswohnungen, hinten ein bestehendes Hochhaus (Foto: ZN)
Standort für neue Alterswohnungen, hinten ein bestehendes Hochhaus (Foto: ZN)

VON RENE STAUBLI

An der Langwattstrasse 46 im Zollikerberg, unmittelbar gegenüber dem Friedhof, steht ein flaches Gebäude. Früher war das ein Kindergarten, heute ist dort das Malatelier Fanger-Carigiet eingemietet, das auf die kreative Frühförderung von Kindern spezialisiert ist.

Der Flachbau mit seinem grossen Umschwung steht in einer «Zone für öffentliche Bauten». Das Grundstück gehört der Gemeinde. Es grenzt an eine «Wohnzone mittlerer Dichte». In unmittelbarer Nachbarschaft stehen drei 8-stöckige Wohnhäuser mit je 27 Wohnungen.

Kindergarten und benachbartes Hochhaus auf der Parzelle 8581 (gis-Browser ZH)
Kindergarten und benachbartes Hochhaus auf der Parzelle 8581 (gis-Browser ZH)

Der Standort bietet mehrere Vorteile: er ist ruhig gelegen, die Einkaufsmöglichkeiten, der ÖV und das künftige Ortszentrum Zollikerberg sind gut zu Fuss erreichbar, es gibt Treffpunkte in der Nähe (Café am Puls, Café Sonnengarten, Restaurant Rosengarten). Denkbar wäre, im Erdgeschoss weiterhin das Kindermalatelier zu beherbergen, was für zusätzliches Leben im Haus sorgen würde.

Die Frage ist, ob die Gemeinde dieses Projekt aus rechtlicher Sicht realisieren könnte. Gemäss Jeannine Zeller, Abteilungsleiterin Bau, können in einer «Zone für öffentliche Bauten»  grundsätzlich Alterswohnungen erstellt werden. Eine Umzonung der Parzelle analog zur benachbarten «Wohnzone mit mittlerer Dichte» wäre ebenfalls möglich, wenn die Bevölkerung zustimmen würde.

Fazit: Auf dieser Parzelle könnten sowohl die Gemeinde (in Eigenregie) wie auch die Zolliker Baugenossenschaften (im Baurecht) zeitnah mehr als zwei Dutzend Alterswohnungen erstellen.

Zollikon hat Nachholbedarf

Im Bezirk Meilen müssten gemäss einer Studie der Immobilien-Experten Wüest Partner bis in 15 Jahren zusätzlich 2500 bis 5000 bezahlbare, altersgerechte Wohnungen bereitgestellt werden. Zollikon hat grossen Investitionsbedarf. Der Gemeinderat hat das erkannt und in seinen Legislaturzielen versprochen, dass künftig «verschiedene Wohnformen für das Wohnen im Alter bedarfsgerecht zur Verfügung stehen sollen». Eine Umfrage hat laut Estelle Thomet, Abteilungsleiterin Gesellschaft, «das grosse Interesse und die Wichtigkeit des Anliegens des guten Wohnens im Alter für die ältere Bevölkerung deutlich aufgezeigt».

Ideen, aber keine konkreten Pläne

In letzter Zeit wurden etliche Ideen geäussert, wie und wo in Zollikon Alterswohnungen entstehen könnten, darunter auch kleinere für ältere Menschen, die ihre grössere Wohnung oder ihr Haus aufgeben möchten:

  • Am 2. Dialogabend des Gemeinderats wünschte das Publikum einmal mehr Alterswohnungen auf dem Beugiareal.
  • In einem Interview mit den «ZollikerNews» hatte Riccardo Wahlenmayer vorgeschlagen, aus dem Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain ein Wohnhaus für Junge zu machen und fürs Wohnen im Alter Platz im Dorfzentrum zu schaffen.
  • Aus der Sicht des Zolliker Architekten Stephan Sintzel sollten im Dorfzentrum nach der BZO-Revision vier- bis fünfgeschossige Bauten möglich sein: «Neben Läden sollten Wohnungen gebaut werden, Alterswohnungen, aber auch andere, damit diese Zentren belebt werden, und zwar rund um die Uhr und nicht nur am Samstagvormittag für drei Stunden.»
  • Auf der Roswies im Zollikerberg sollen gemäss dem derzeitigen Stand der Planungen ebenfalls Familien- und Alterswohnungen entstehen – rund 25 Einheiten für Jung und Alt auf allen Geschossen.

Bei all diesen Projekten und Planungen ist ein Zeithorizont nicht absehbar. An der Langwattstrasse 46 scheint eine schnellere Lösung nicht unrealistisch.

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