KI – Mitmachen statt Angst haben?

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4. Mai 2026 – «Ich sehe die Risiken der KI: Jobs, die verschwinden, Daten, die missbraucht werden, und eine Welt, in der Algorithmen entscheiden, ohne dass wir mitreden. Jeder Tag bringt neue Warnungen – berechtigt, keine Frage. Aber warum arbeiten nicht mehr von uns aktiv an den Chancen? Warum ducken wir uns weg, statt mitzugestalten?»

Lokales Netzwerk für gemeinsame Projekte (Illustration: KI)
Lokales Netzwerk für gemeinsame Projekte (Illustration: KI)

VON BIANKA LICHTENBERGER

Ich sehe die Risiken der KI: Jobs, die verschwinden, Daten, die missbraucht werden, und eine Welt, in der Algorithmen entscheiden, ohne dass wir mitreden. Jeder Tag bringt neue Warnungen – berechtigt, keine Frage. Aber warum arbeiten nicht mehr von uns aktiv an den Chancen? Warum ducken wir uns weg, statt mitzugestalten?

In meinem Fall hat das Kennenlernen von HAWKI alles verändert. Dieses KI-Ökosystem für Hochschulen – entwickelt von der deutschen Hochschule für angewandte Kunst und Wissenschaft in Holzminden, Hildesheim und Göttingen – ist ein kostenfreies Open-Source-Interface für generative KI.

Es funktioniert ganz einfach: über eine einheitliche Web-Oberfläche greifen Studierende, Lehrende und Mitarbeitende auf aktuelle KI-Modelle zu, im Bildungsbereich sind das vornehmlich Large Language Modells, datenschutzkonform, ohne Lizenzverträge, Anbieterbindung oder versteckte Kosten. Kein Big Tech diktiert die Regeln.

Jede neu dazukommende Hochschule steuert eigenen Inhalt bei – Schwarmintelligenz pur. Es macht nicht abhängig, sondern lädt ein: kontrolliert weiterzuentwickeln, selbst zu entscheiden, was passt. Föderiert statt monolithisch, mitgestaltbar statt konsumorientiert. HAWKI schafft kein Monopol, sondern ein Netzwerk.

Stellen Sie sich vor, wir hätten mehr solcher Tools im Alltag: persönliche Infrastrukturen, offen für alle, getragen von Fairness. Nicht Elon oder Sam entscheiden, was wir nutzen, sondern wir selbst – in Netzwerken, die wachsen, weil jeder und jede beiträgt. Das wäre KI, die uns stärkt, statt uns zu ersetzen.

Warum also nicht anfangen? Lassen Sie uns die Angst nutzen, um aktiv zu werden – etwa bei einem KI-Café in Zollikon, wo wir Nachbarn, Behörden-, Vereins- und Firmenvertreter zusammenbringen, um uns über Ideen für lokale Open-Source-Projekte auszutauschen.

Wir sollten die Zukunft nicht denen überlassen, die nur verkaufen wollen.

Bianka Lichtenberger hat Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert. Als ausgebildete Wirtschaftsjournalistin hat sie für das «Handelsblatt», die «Wirtschaftswoche», das «Manager Magazin» und den «Spiegel» geschrieben. Sie bekleidete anschliessend Führungspositionen im Bereich globale Organisationsentwicklung bei Alusuisse-Lonza, Schindler, ABB und ist Professorin der Fachhochschule Graubünden. Sie sagt: «Wir leben in einer Welt, die uns je länger je mehr herausfordert.» In ihrer Kolumne wird sie sich solchen Brennpunkt-Themen widmen.

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