Paradiesische Zustände an der Bahnlinie

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29. September 2026 – Die Renaturierung der Forchbahnstrecke zwischen Rehalp und Waldburg soll Zauneidechsen, Wieseln, Hermelinen, Igeln, Blindschleichen, Schlingnattern und Wildbienen einen attraktiven Lebensraum bieten. Biodivers zu denken und zu handeln, liegt im Trend.

29. September 2026 – Die Renaturierung der Forchbahnstrecke zwischen Rehalp und Waldburg soll Zauneidechsen, Wieseln, Hermelinen, Igeln, Blindschleichen, Schlingnattern und Wildbienen einen attraktiven Lebensraum bieten. Biodivers zu denken und zu handeln, liegt im Trend.

Totholzhaufen entlang der Forchbahnstrecke (Fotos: ZN)
Totholzhaufen entlang der Forchbahnstrecke (Fotos: ZN)

VON RENE STAUBLI

In einem Arbeitspapier der Zürcher Landschaftsarchitektin Marianne Eicher ist Folgendes nachzulesen: «Der Strassen- und Bahnverkehr bereitet Reptilien – dies ganz im Gegensatz zu den Amphibien – kaum Probleme. Überfahrene Tiere sind selten. Es lohnt sich also, Reptilien entlang von Verkehrswegen zu schützen und zu fördern.»

Genau das haben die Forchbahn, die Zolliker Holzkorporation, der die Böschung entlang der Bahnlinie gehört, und das Ustermer Umwelt-Ingenieurbüro Ilu AG getan.

Aufmerksame PendlerInnen entdecken auf dem Streckenabschnitt rund ein Dutzend sogenannte Steinlinsen. Sie enthalten auf einer Fläche von je 6 m2 grosse Steinbrocken, die Hohlräume bilden. Sie bieten Kleintieren Verstecke und Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Reptilien, Wildbienen, Spinnen und weitere Insekten nutzen sie auch als Überwinterungs- und Eiablageplätze. Die besonnte Südlage macht sie zudem als Wärmespeicher für Eidechsen und Tagfalter attraktiv.

Zusätzlich sind neben den Steinlinsen, verteilt über die ganze Böschung bis hinauf zum Waldrand, «Totholzhaufen» zu sehen. Dicke und dünne Äste, die bei der Waldrand- oder Heckenpflege anfallen, wurden locker aufgeschichtet. Eidechsen, Hermeline, Wiesel und Vögel finden dort Sonnen- und Versteckplätze. Wenn sich Hauskatzen anschleichen, schützen dornige Äste und Ranken die kleinen Bewohner.

Freiwillige Initiative

Die drei am Projekt beteiligten Parteien – Forchbahn, Holzkorporation und Ilu AG – nutzten die Bauarbeiten, um das Projekt kostengünstig zu realisieren. Es handle sich um eine freiwillige Initiative, sagt Eicher, von Gesetzes wegen wäre die Renaturierung nicht vorgeschrieben gewesen. Dass die Förderung der Biodiversität in den letzten Jahren populär geworden sei, habe bei der Umsetzung sicherlich geholfen.

Den Unterhalt der rund 2300 m2 grossen Biodiversitätsfläche übernimmt bis Ende 2027 die Holzkorporation im Auftrag der Forchbahn. Die Wildblumenwiesen müssen gemäht, Brombeerstauden am übermässigen Wuchern gehindert, Totholzhaufen gelockert und neu aufgeschichtet werden. Wer die Pflege anschliessend übernimmt, bleibt vorderhand offen.

«Steinlinse» mit aufgeschichtetem Totholz
«Steinlinse» mit aufgeschichtetem Totholz
Streckenabschnitt der Forchbahn mit Totholz und Steinlinse
Biodiverser Streckenabschnitt der Forchbahn

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