Entschlackt und deutlich persönlicher

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9. Mai 2024 – Die neue Website der Gemeinde empfängt das Publikum mit den drei Landing-Pages «Lebensraum», «Für dich» und «Über uns», dazu ein prominentes Suchfeld und News. Die Bedürfnisse der NutzerInnen stehen im Zentrum. Man findet deutlich besser, wonach man sucht.

Die neue Website der Gemeinde
Der neue Auftritt der Gemeinde im Internet

Ein kleines Exempel kurz nach dem Badi-Saisonstart: Wann ist die Seebadi geöffnet, wann das Fohrbach? – das ist die Frage. Wir klicken Für dichSporttreibendeBadeanlagen, schon sind wir am Ziel. Die Freunde der Suchmaschine haben es nicht ganz so leicht: Zu «Badi» fällt dem System nichts ein, aber das ist ja auch Mundart, doch mit «Bad», «Seebad» oder «Fohrbach» wird man fündig.

Ende Mai wird sich dann noch ein cleverer Helfer dazugesellen – ein sogenannter Chatbot, programmiert von Squirro, der KI-Firma von Gemeinderat Dorian Selz. Der elektronische Wissensvermittler ist bereits bei den «Werken am Zürichsee» im Einsatz. Im Zollikon wird er derzeit im Hintergrund darauf abgerichtet, auf alle möglichen Fragen der NutzerInnen den Datenbestand der Gemeinde zu durchforsten, verständliche Antworten zu formulieren und hilfreiche Dokumente gleich mitzuliefern.

Zwei GeburtshelferInnen

Die neue Website der Gemeinde ist persönlicher geworden. Ihre Vorgängerin war aus der Sicht der Verwaltung aufgebaut und nicht besonders benutzerfreundlich. Man habe aus der Bevölkerung Rückmeldungen bekommen, dass man die Dinge, die man suche, nicht finde, sagt Melanie Marday-Wettstein, Kommunikationschefin der Gemeinde. Sie hat das neue Konzept zusammen mit dem Personalchef André Schmid massgeblich gestaltet. Die technische Basis stammt nach wie vor von iWeb, einer Firma im Besitz der Swisscom, die diese Dienstleistung für mehr als 650 Städte und Gemeinden sowie 150 Schulen in mehreren Kantonen erbringt.

Was ebenfalls neu ist: Die Schule, das Ortsmuseum und die Badeanlagen kommen nun auch im einheitlichen Gemeindedesign daher. Nur das Wohn- und Pflegzentrum Blumenrain tanzt aus der Reihe, weil die Seite erst vor kurzem programmiert wurde.

André Schmid

Marday und Schmid erzählen bei einem Treffen im Gemeindehaus aus der hektischen und anspruchsvollen Entwicklungsphase. Die Idee zur Neugestaltung entstand 2022 in Zusammenhang mit der Formulierung der Legislaturziele des neuen Gemeinderats. «Wir wollten die Themen in den Vordergrund stellen, die für die Bevölkerung im Umgang mit der Verwaltung wichtig sind.» Man habe unter anderem die Suchbegriffe-Statistik analysiert, sich mit den Abteilungen über ihre Kundenkontakte ausgetauscht, die Websites anderer Gemeinden angeschaut und auch von einem thematischen Workshop des Vereins der Zürcher Gemeindeverwaltungs-Angestellten (VZGV) profitiert. Bei der Arbeit sei es immer wieder darum gegangen, «zu entschlacken und die Komplexität zu reduzieren».

Die Analyse habe ergeben, «dass auf der alten, dicht bepackten Homepage viele Themen gar nie angeklickt wurden». Deshalb die Beschränkung auf die drei Landing-Pages, ergänzt mit der Suchfunktion und den Top-News.

Im Bereich Lebensraum geht es um Wohnen & Bauen, Soziales, Bildung, Sicherheit, Umwelt, Gesundheit und Tod – alles Themen, die einen im Umgang mit der  Gemeindeverwaltung direkt betreffen.

Unter dem Link Für dich geht es um persönliche Bedürfnisse. Hier finden sich Informationen für Neuzugezogene, Jugendliche, Familien, Senioren, Sporttreibende, Naturliebhaberinnen oder Gewerbetreibende.

Alles, was amtlich ist – Gemeinderat, Behörden, Finanzen, Projekte, Wahlen und Abstimmungen – ist unter dem Label Über uns abgespeichert.

Kleine Dinge gilt es zu verbessern

Wurde die neue Website eher vom Smartphone oder vom Desktop her gedacht? Das sei tatsächlich ein schwieriger Entscheid gewesen, sagen Melanie Marday und André Schmid. Die Analyse habe ergeben, dass rund 50 Prozent der Anfragen an die Gemeinde über Desktop-Computer gestellt werden, man habe die Programmierung also nicht, wie heute üblich, vom kleinsten Gerät her denken können.

Dennoch sieht die Website auf dem Smartphone gut und aufgeräumt aus, ebenso auf dem Desktop. Verbesserungsfähig ist die Ansicht auf dem Tablet, wo es bei den News-Titeln zu abenteuerlichen Trennungen kommt wie «Vorübergehen-de Verkehrsanord-nung». Und wenn die Website insgesamt ein wenig schneller würde, wäre das ein Gewinn.

Nach aussen kommt innen

Mit der Aufschaltung von www.zollikon.ch ist das Projekt jedoch noch nicht beendet. Nun wird auch noch das Intranet für die Mitarbeitenden aufgebaut und somit der interne Informationsaustausch reorganisiert. Das Fernziel bestehe darin, allen Beschäftigten jederzeit alle archivierten Informationen wie Dokumente, Nachschlagewerke oder Reglemente, die sie zur Bewältigung der jeweiligen Aufgabe gerade benötigen, am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Zeitraubende Suchen sollen so wegfallen, was die Effizienz der Verwaltung steigert.

Ach ja, noch dies: Auf der neuen Website sind viele Bilder von Landschaften, Gebäuden und Schulen zu sehen, die mit einer eigens angemieteten Drohne gemacht wurden. Und wen es Wunder nimmt, wie die Person auf der Gemeinde aussieht, mit der man soeben telefoniert hat, stösst unter «Verwaltung/Mitarbeitende» in den meisten Fällen auf ein kleines Foto (siehe oben). Wie gesagt, die Website ist deutlich persönlicher geworden. (René Staubli)

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