Jetzt steht der Gemeinderat in der Pflicht

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9. Februar 2024 – Bei der Uferinitiative, die am 3. März zur Abstimmung kommt, werden die  Zolliker Gemeinderäte mehrheitlich Nein stimmen. Sie befürchten Nachteile für die Natur, zusätzliche Emissionen, zu hohe Kosten und – vor allem – die Enteignung privater Villenbesitzer am See (…) (1 Kommentar)

9. Februar 2024 – Bei der Uferinitiative, die am 3. März zur Abstimmung kommt, werden die  Zolliker Gemeinderäte mehrheitlich Nein stimmen. Sie befürchten Nachteile für die Natur, zusätzliche Emissionen, zu hohe Kosten und – vor allem – die Enteignung privater Villenbesitzer am See.

VON RENE STAUBLI

Zur Erinnerung: Um 1850 wurden rings um den Zürichsee Uferpartien aufgeschüttet, um Platz für Strassen, Bahnlinien, Fabriken und Häuser zu schaffen. Diese Häuser stehen auf sogenanntem Konzessionsland – die Eigentumsrechte der Besitzer sind eingeschränkt. In weiser Voraussicht liess sich der Kanton damals ein Vorrecht in die Grundbücher schreiben: Sollte er eines Tages einen Seeuferweg anlegen wollen, müssten die Besitzer der Privatliegenschaften gegen Entschädigung einen Streifen Land abtreten. Dieses alte Vorrecht ist nach wie vor gültig.

In der Folge wurde der durchgehende Seeuferweg in den kantonalen Richtplan und in die Richtpläne am rechten und linken Seeufer aufgenommen. Doch als es an die Ausarbeitung konkreter Projekte ging, wollten die bürgerlichen Parteien vom bestehenden Recht nichts mehr wissen und gewichteten die privaten Interessen der Liegenschaftenbesitzer höher. Sie verfolgten ihre Ziele über Jahre und mit aller Konsequenz – oft mit knappen Mehrheiten, aber alles auf demokratischem Weg, auch wenn sie beim Versuch, ein generelles Enteignungsverbot für Private am See durchzusetzen, vom Bundesgericht zurückgepfiffen wurden.

Angesichts der Parteizugehörigkeit überrascht es nicht, dass die meisten Zolliker Gemeinderäte die Argumente der Seeuferweg-Gegner mittragen und teils aktiv propagieren. Von grösserer Bedeutung ist jedoch, was sie der hiesigen Bevölkerung in Zusammenhang mit der Abstimmung versprechen:

Patrick Dümmler (FDP): «Ich setze mich dafür ein, den öffentlichen Zugang zum See zu verbessern und attraktiver zu gestalten.»

Dorian Selz (GLP): «Ich werde mich für die Aufwertung der drei grossen bereits öffentlichen Zolliker Seeanstösse einsetzen.»

Sylvie Sieger (FDP): «Als ZollikerInnen können wir uns glücklich schätzen, dass die Gemeinde mehrere Grundstücke am See besitzt und diese attraktiv für die Bevölkerung gestalten will.»

André Müller (FDP): «Ich bin zuversichtlich, dass mit bereits heute sich in der öffentlichen Hand befindlichen Grundstücken attraktive Räume für alle am Seeufer gestaltet werden können.»

Sandra Fischer (F5W): «Zollikon verfügt über einige Landstücke mit direktem Seeanstoss. Für einige Abschnitte liegen seit Jahren Gestaltungsideen vor. Nun gilt es, die nötigen Massnahmen zu definieren und einzuleiten.»

Das ist aus Zolliker Sicht das Positive an der Uferweg-Abstimmung, egal, ob die Initiative angenommen oder verworfen wird: der Gemeinderat steht definitiv in der Pflicht.

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Liebe Redaktion, danke für diese wirklich gut recherchierten Artikel. Sie zeigen wichtige Details auf, welche den Stimmbürgern bisher nicht bewusst waren.

Liebe Gemeinderäte. Wir freuen uns darauf, dass Sie Ihren Versprechungen auch bald Taten folgen lassen.

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