Der Mittelstufentreff hat sich bewährt

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1. Februar 2024 – Die Mittelstufe ist nicht die Hauptzielgruppe der Jugendarbeit. Trotzdem bemühen sich die Verantwortlichen des Mojuga-Teams intensiv um Kontakt zu den Kindern in der 4. bis 6. Klasse. Sie haben vor einigen Jahren sogar einen Mittelstufentreff eingerichtet, der sich längst bewährt hat. (2 Kommentare)

1. Februar 2024 – Die Mittelstufe ist nicht die Hauptzielgruppe der Jugendarbeit. Trotzdem bemühen sich die Verantwortlichen des Mojuga-Teams intensiv um Kontakt zu den Kindern in der 4. bis 6. Klasse. Sie haben vor einigen Jahren sogar einen Mittelstufentreff eingerichtet, der sich längst bewährt hat.

Beine von Buben auf Bank
Eine eingeschworene Clique? Nicht immer (Foto: Pixabay)

EIN BEITRAG DES MOJUGA-TEAMS

Eine Gruppe 8- bis 10-jähriger Jungen lungert regelmässig beim Schulhaus herum. Die Buben sind immer in derselben Konstellation unterwegs – eine eingeschworene Clique könnte man meinen. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Etwas stimmt hier nicht. Diese Kinder spielen nie.

Zwar liegt ein Ball herum, zwar hört man einen rufen: «Chum, mer tschuutet.»

Doch dann passiert, was immer passiert: Zwischen den Kindern entbrennt ein Streit, sie rangeln um Regeln und die Teamzusammensetzung, bis einer beleidigt abrauscht. Zurück bleibt der Rest, dem die emotionale Puste für neue Unternehmungen fehlt.

Wütende Jugendliche

Solche und ähnliche Dynamiken beobachten Jugendarbeitende immer wieder in Gemeinden, die überall sein können: am See oder im Oberland, in der Stadt oder in ländlicher Idylle. Wenn sie erfahren sind, erkennen sie schnell, wohin sich eine solche Gruppe entwickeln kann (nicht muss!): Dieselben Kinder sind als Jugendliche immer noch wenig konstruktiv unterwegs und inzwischen angefüllt mit Wut über ihr Unverstandensein, Repressionen und mangelnde Perspektiven.

Bleiben wir bei der fiktiven Gruppe mit dem Fussball. Noch ist nichts passiert, was nicht als normales Kräftemessen unter Heranwachsenden gewertet werden könnte. Wir wissen, dass es zu diesem Zeitpunkt noch leicht ist, sie zu erreichen, ein Vertrauensverhältnis zu erarbeiten und sie konstruktiv durch die sich anbahnenden Krisen zu begleiten. Anders als die Oberstüflerinnen und Oberstüfler haben sie noch Zeit und sind Erwachsenen gegenüber noch nicht in der jugendtypischen Abwehrhaltung.

Es war eine solche Gruppe, die uns bei der Mojuga-Stiftung vor einigen Jahren auf die Idee brachte, einen Mittelstufentreff anzubieten. Inzwischen hat sich dieses Instrument etabliert. Es handelt sich um ein festes Zeitfenster in der Woche, in dem der Jugendtreff ausschliesslich für Schülerinnen und Schüler der 4. bis 6. Klasse geöffnet ist.

Beziehung üben

Diese Treffs sind oft gut besucht, auch in Zollikon. Die Jugendarbeit bietet Back-, Bastel- oder Spielenachmittage an. Diese Programme dienen aber eher dazu, die Neugier – auch die elterliche – auf das Jugi zu wecken. In der Regel zeichnet sich schnell ab, dass die Kinder gar kein Programm brauchen. Sie geniessen es gerade, nicht an etwas teilnehmen zu müssen.

Sie nutzen das Jugi lieber, um Fangen oder Streetracket zu spielen, um zu malen oder Musik zu hören. Manchmal ergeben sich Aktivitäten aus dem Alltag heraus, etwa eine Gruppe Mädchen, die einen Tanz für die Schule einstudiert und die Aufmerksamkeit der Jugendarbeitenden geniesst. Über und hinter allem steht immer: Sie sind auf der Suche nach Beziehung untereinander und zur Jugendarbeit.

In einer solchen Atmosphäre und dank enger Begleitung beruhigen sich Dynamiken wie die beschriebene in vielen Fällen rasch. Oft sind es dann genau diese Kinder, die später noch lange die Angebote der Offenen Jugendarbeit besuchen.

Alexandra Matulla (links), Nadja Staudenmaier und Michael Germann (Foto: zvg)
Alexandra Matulla (links), Nadja Staudenmaier und Michael Germann (Foto: zvg)

Die MOJUGA Stiftung ist seit 2016 von der Gemeinde Zollikon mit der Jugendarbeit beauftragt. Alexandra Matulla ist Ansprechpartnerin für die Behörden. Nadja Staudenmaier und Michael Germann sind für die Jugendlichen da. Sie hören ihnen zu, unterstützen sie und werden deshalb auch bei Krisen ins Vertrauen gezogen. Informationen über das Team und die Angebote unter jugendarbeit-zollikon.ch

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Spannend – nur schade, dass das Angebot vielen Kindern unbekannt ist, da vieles nur in Zollikon stattfindet und auch wenig beworben wird. Im Zollikerberg gibt es keinerlei Angebot, Veranstaltungen oder Raum für Jugendliche seitens der Gemeinde.

Guten Tag Frau Müller

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre wichtigen Hinweise.
Als Gemeinderätin und Steuergruppenmitglied der Mojuga reagiere ich gerne auf Ihren Kommentar.

Das „Jugi“ ist in Zollikon und nahe bei der Sekundarschule. Die Hauptzielgruppe sind sodann auch die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule. Selbstverständlich ist es wichtig, dass es auch im Zollikerberg Raum für Jugendliche gibt. Die Anliegen und Bedürfnisse von Jugendlichen werden wir bei der Ortsentwicklung berücksichtigen.
Bezüglich Bekanntmachung: Die Mojuga informiert jedes Jahr alle 4. Klasskinder mittels Flyer über das Angebot. Zusätzlich hängen in den Schulen und Bibliotheken öffentliche Aushänge. Zudem sind Jugendarbeitenden der Mojuga aufsuchend in der Gemeinde unterwegs. Auch der vorliegende Artikel bezweckt mitunter die Bekanntmachung des Angebotes bei der Zielgruppe. Falls Sie noch weitere Ideen für eine Bekanntmachung haben, nehmen wir diese natürlich sehr gerne entgegen.

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