Jetzt sind Taten statt Worte gefragt

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19. März 2024 – Ich habe mich als Bürger sehr über die zahlreichen positiven Rückmeldungen auf meine Vorschläge zur Umnutzung von Blumenrain und Beugi gefreut. Allerdings erstaunt mich, dass der Fokus der Diskussionsbeiträge fast vollständig auf dem Alterswohnen liegt.

Ich habe mich als Bürger sehr über die zahlreichen positiven Rückmeldungen auf meine Vorschläge zur Umnutzung von Blumenrain und Beugi gefreut. Allerdings erstaunt mich, dass der Fokus der Diskussionsbeiträge fast vollständig auf dem Alterswohnen liegt. Vernachlässigt werden aus meiner Sicht die Aspekte der günstigen Wohnungen im Blumenrain für eher tiefere Einkommensschichten, obschon die Schaffung eines solchen Angebots einem langjährigen, breit verankerten Postulat entspricht. Und völlig unkommentiert bleibt leider der Effekt dieser Umnutzung auf die Steuerkraft Zollikons und die damit möglichen Einsparungen beim Finanzausgleich.

Riccardo Wahlenmayer

Klar ist, dass mir die Zonenproblematik beim Blumenrain nicht bewusst war, standen da doch vorher, relativ untypisch in der Zone für öffentliche Bauten, schmucke Schrebergärten. Eine wegen der vorgeschlagenen Umnutzung notwendige Umzonung in Bauland liegt im Bereich des Möglichen, stösst aber wegen der hohen Abgeltungskosten an den Kanton auf Widerstand. Dieses Argument überzeugt mich aus drei Gründen nicht. Erstens ist die Zahlung an den Kanton nur auf den ersten Blick aus dem Fenster geworfenes Geld. Vielmehr handelt es sich um eine wertvermehrende Investition, denn nach der Umzonung besitzt die Gemeinde ein Bauland-Grundstück, das entsprechend mehr Wert hat und erst noch bei Bedarf jederzeit einfach zu veräussern wäre, beispielsweise an eine Zolliker Baugenossenschaft.

Zweitens: Falls beim Beugi-Neubau die von diversen Parteien gewünschte gemischte Nutzung tatsächlich realisiert werden sollte, ist überhaupt nicht sicher, ob nicht ebenfalls eine Mehrwertabschöpfung durch den Kanton erfolgen würde. Weil das Beugi-Areal viel grösser ist als jenes im Blumenrain, droht ein nicht so leicht zu verdauender Brocken. Insofern müsste man in Betracht ziehen, beide Standorte für das Wohnen und Leben im Alter zu nutzen – mit je unterschiedlichem Fokus. Allerdings blieben dann die erschwinglichen Wohnungen, insbesondere für Junge, einmal mehr auf der Strecke, was äusserst schade wäre.

Drittens: Die mit der Vermietungspolitik im umgenutzten Blumenrain angestrebte Senkung der Zolliker Steuerkraft lässt nicht nur einmalige, sondern über Jahre hinweg respektable Rückflüsse an die Gemeinde erwarten, welche die einmalige Abgabe an den Kanton bei der Umzonung über die Zeit nicht nur kompensieren, sondern sogar übertreffen würden.

Schön wäre es, wenn sich nun jemand aus der Finanzverwaltung der Gemeinde diesem Thema widmen und mit dem vom Kanton Zürich zur Verfügung gestellten Berechnungstool entsprechende konkrete Zahlen und Szenarien präsentieren würde.

Mit dieser Replik ist für mich der publizistische Dialog zu Ende. Auch weil jetzt Taten statt Worte gefragt sind.

Riccardo Wahlenmayer, 69, war bis zu seiner Pensionierung Geschäftsleitungsmitglied der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich. Er lebt in Zollikon, ist verheiratet und hat einen Sohn.

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